Aussenansicht Alfred-Wegener-Institut

„Wir knüpfen an die großen Highsea-Erfolge an und öffnen die Türen des AWI auch für jüngere Schüler und Schülerinnen“, sagt Dr. Susanne Gatti, Leiterin eines besonderen Programms am Alfred-Wegener-Institut. Ab Februar können Jugendliche des 8. Jahrgangs im AWI drei Jahre lang lernen und experimentieren – Woche für Woche. „Wenn sie anschließend bis zum Abitur weiter an Highsea teilnehmen, kann das für manche der Anfang einer wissenschaftlichen Laufbahn sein“, unterstreicht die Projektleiterin.

Junge Forscherinnen und Forscher starten mit Junior-Highsea durch

An den Wänden hängen Bilder mit Hoch- und Tiefseeszenen, die Künstler erzählen von Verschmutzung durch Bohrplattformen, von Überfischung und Raubbau. „Baby, I’m dancing in the dark“, singt eine Schülerin des Schulzentrums Carl von Ossietzky – Applaus für ihre Interpretation des Ed Sheeran-Hits. Im Alfred-Wegener-Institut, Abteilung Funktionelle Ökologie, werden mit einer kleinen Feier die 16 Schülerinnen und Schüler Bremerhavener Oberschulen begrüßt, die es ins neu aufgelegte Junior-Highsea Programm geschafft haben.

„Lernen und das Gelernte immer wieder hinterfragen, in Eigeninitiative und angespornt durch die Dynamik der Gruppe“, skizziert Professor Boris Koch, Mitglied des erweiterten AWI-Direktoriums, bei seiner Rede wichtige Aspekte des Highsea-Programms. Fächerübergreifender Unterricht durch Lehrer und Wissenschaftler – seit August 2002 bereiten sich naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe auch am Alfred-Wegener-Institut auf das Abitur vor. Jetzt wird das das praxisorientierte Modell, das an laufende Forschungsprojekte des Instituts anknüpft, auf die Oberschulen der Seestadt ausgeweitet.

„Die Förderung naturwissenschaftlichen Interesses ist einer der Schwerpunkte in der Bremerhavener Schullandschaft“, bekräftigt Schuldezernent Michael Frost als nächster Redner. „Und die Neugier auf das forschende Lernen beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe.“ Vor diesem Hintergrund eröffnet Junior-Highsea als Kooperation zwischen dem AWI und dem Schuldezernat neue Chancen: Ab Februar kann im Alfred-Wegener-Institut bereits ab Klasse 8 geforscht und experimentiert werden.

Besuch der Bundesforschungsministerin

Die Lehrer Michael Bartscht und Mathias Teschke freuen sich auf die 16 wissbegierigen Schülerinnen und Schüler, die aus 36 Bewerbungen ausgewählt wurden. Vertreten sind insgesamt sechs Schulen, beim Auswahlverfahren zählten nicht nur die Zensuren, sondern ebenso ein Test und ein Vorstellungsgespräch. „Die Leistungsbereitschaft ist hoch“, so Michael Frost – statt ins Wochenende geht es für die Gruppe ab sofort am Freitagnachmittag in den Highsea-Unterricht am Alfred-Wegener-Institut.

Anerkennung fand dieses Engagement übrigens auch bei Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die das Institut im Februar besuchte und sich dabei die Zeit für ein Gespräch mit Highsea-Schülerinnen und -Schülern nahm.