In Deutschland lebten 1933 etwa 500.000 Juden (0,8 Prozent der Bevölkerung). Der nationalsozialistische Antisemitismus behauptete, Juden seien eine gefährliche Rasse, die die sogenannte „arische“ Rasse, zu der die Nationalsozialisten die meisten Deutschen zählten, bedrohte. So zielte die nationalsozialistische Politik von Anfang an auf die Ausgrenzung der Juden aus allen Gesellschafts- und Lebensbereichen im Deutschen Reich. Sie hofften anfangs, die „Judenfrage" durch die Vertreibung der Juden zu lösen. Von 500.000 Juden in Deutschland flüchteten bis 1938 mehr als die Hälfte ins Ausland.

Zum 1. April 1933 organisierte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) und ihre Ordnertruppe Sturmabteilung (SA) zum ersten Mal einen Boykott gegen jüdische Geschäfte: Nicht-Juden sollten nicht bei Juden einkaufen. Es gab auch Aktionen gegen jüdische Ärzte und Anwälte.

Nach dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (April 1933) durften unter anderem Beamte, die nicht „arischer“ Abstammung waren, nicht mehr tätig sein. Dies betraf zum Beispiel Lehrer, Polizisten oder Mitarbeiter der Verwaltungen wie Finanzbeamte. In diesem Gesetz wurde auch festgelegt, wer Jude war: Juden waren Menschen mit Mutter, Vater oder Großeltern mit jüdischem Glauben.

Im September 1935 wurden in Nürnberg Gesetze verabschiedet, die die jüdischen Mitbürger stärker als vorher ausgrenzten: es wurden zum Bespiel Beziehungen und Ehen zwischen „Juden“ und „Ariern“ verboten oder Juden durften kein öffentliches Amt mehr innehaben.

Ab 1938 verschlechterte sich die Lage von Juden in Deutschland dramatisch. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im ganzen Land jüdische Gotteshäuser (Synagogen) zerstört. Die Nationalsozialisten verwüsteten Geschäfte und Wohnungen. 91 Tote, 267 zerstörte Gottes- und Gemeindehäuser und 7.500 verwüstete Geschäfte - das war die „offizielle" Bilanz der Reichspogromnacht. Sehr viele Zuschauer beobachteten das Geschehen. Tausende von jüdischen Männern wurden danach verhaftet. Sie wurden durch die Städte geführt und in Konzentrationslager gebracht. 

1938 gab es weitere Maßnahmen gegen Juden: zum Bespiel mussten Juden den Staat über ihren gesamten Besitz informieren. Jüdische Schüler durften das Abitur nicht mehr mit ihren „arischen“ Mitschülern“ machen. Es wurden Berufsverbote für jüdische Vertreter und Händler, Rechtsanwälte und Ärzte ausgesprochen. Juden durften kein Auto mehr besitzen und mussten ihre Führerscheine abgeben. Der Besuch von Bibliotheken, Kinos, Theatern und Museen wurde ihnen verboten.

Die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben" bestimmte, dass ab Januar 1939 sämtliche Betriebe jüdischer Eigentümer zwangsgeschlossen wurden. Juden verloren auch alle Ansprüche auf Renten, Pensionen und Versicherungen. 

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 verschärften sich nochmals die Verbote: Juden durften zum Beispiel am Abend nicht mehr nach draußen. Ab 1941 mussten sie den Judenstern sichtbar an der Kleidung tragen und sie durften öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr nutzen. Im Oktober 1941 wurde die Ausreise von Juden aus Deutschland verboten und massenhafte Deportationen begannen. Juden erhielten Aufforderungen, sich zur „Evakuierung“ an Sammelplätzen einzufinden. Ihnen wurde mitgeteilt, was sie „zur Ansiedlung im Osten“ mitbringen sollten und in welchem Zustand sie ihre Wohnungen zurücklassen mussten.

In den besetzten Gebieten mussten die verschleppten Juden meist zuerst in mit Mauern und Kontrollposten abgesperrten unter katastrophalen Lebensbedingungen in Ghettos leben. 

Aus den Ghettos wurden die Menschen in Konzentrationslager und Vernichtungslager gebracht. Die Menschen, die jetzt noch arbeiten konnten, mussten schwere körperliche Zwangsarbeit leisten. Die anderen wurden gleich z.B. in Gaskammern umgebracht.

Insgesamt wurden in der Zeit von 1933 bis 1945 über 2.000 antijüdische Gesetze und Verordnungen erlassen. Die Nationalsozialisten ermordeten mindestens 5,29 Millionen Juden im von der Wehrmacht besetzten Europa.

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