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Zwischenstand der Planungen für das Werftquartier

„Eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Bremerhaven, die Entwicklung des Werftquartiers nimmt immer mehr erkennbare Formen an“, so Oberbürgermeister Melf Grantz als Leiter der Lenkungsrunde Werftquartier bei einer presseöffentlichen Präsentation des Zwischenstands der Planungen durch das Kopenhagener Architektur- und Stadtplanungsbüro Cobe.

Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen Dr. Claudia Schilling ist begeistert von den Perspektiven, die das neu zu entwickelnde Quartier bietet: „Insbesondere marine Wissenschaft und Forschung werden dieses zukunftsweisende Gebiet prägen.“ Der für die Stadtplanung zuständige Dezernent, Bürgermeister Torsten Neuhoff, sieht die großen Herausforderungen, aber vor allem die Chancen: „Die Entwicklung des Werftquartiers lohnt sich, weil es Bremerhaven eine hervorragende Perspektive gibt.“

Bei der Präsentation des Zwischenstands der Planungen für das Werftquartier, das mit mehr als 140 ha einmal mehr als 6.000 Personen Wohnen in besonderer Nähe zum Wasser, aber auch mehr als 15.000 Arbeitsplätze bieten wird, wurden die herausragenden Merkmale der Planungen von Cobe hervorgehoben: Die Verbindung des Blauen (Wasser) mit dem Grünen (Grünflächen) und dem Urbanen (Wohnen, Arbeiten, Forschen, Freizeit). „Was hier entsteht, ist ein Quartier der Zukunft mit ganz neuem Mobilitätsverhalten. Hier wird eine neue Stadtplanung mit vernetztem Wohnen, Arbeits- und Freizeitverhalten, flexiblem und digitalisierten öffentlichem Verkehr sowie einem Ausbau des Fahrrad- und Fußverkehrs in moderner Form entwickelt“, beschreibt Grantz die Aufgabe. Ausgehend von erhaltenswerten Gebäuden, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen, wird es drei markante Hochpunkte geben, die dem Quartier eine eigene Sichtbarkeit verleihen. Die Wasserflächen bekommen neue Funktionen als Yachthafen, Forschungshafen und Hafen für Freizeitaktivitäten. Zudem soll das Wohnen auf dem Wasser möglich werden. Die vom Büro Cobe so genannte „grüne Hand“ mit „grünen Fingern“ bietet Naherholungsmöglichkeiten, an denen verschiedene öffentliche Einrichtungen wie Kitas, Schulen oder Kultur andocken können. Das Quartier soll insgesamt klimaneutral sein, in dem beispielsweise nachhaltige Baustoffe mit geringer „grauer“ Energie verwendet werden. Es soll zudem mit regenerativer Wärme- und Stromerzeugung im Quartier versorgt werden.

Während die städtebauliche Rahmenplanung unter der Projektsteuerung der BIS (Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung) mit Cobe unter Beteiligung des Landesgesellschaft FBG (Fischereihafen Betriebsgesellschaft) auf der Basis des Wettbewerbsergebnisses vorangetrieben wird, hat die Stadtverordnetenversammlung parallel schon zwei Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne für das Gelände der ehemaligen Seebeck-Werft und für das Gelände mit der ehemaligen Holzhandlung Külken, die sog. Külken-Halbinsel zwei wichtige Bebauungspläne gefasst. Für einen Teil des ehemaligen Werftgeländes gibt es bereits Pläne der Petram Group, für die Külken-Halbinsel entwickelt die Arbeitsgemeinschaft Bremerhavener Wohnungswirtschaft unter dem Arbeitstitel „Van-Ronzelen-Quartier“ ein interessantes urbanes Gebiet.

Für Oberbürgermeister Grantz ist klar, dass nach den ersten Abstimmungen mit den beteiligten Akteur:innen noch in diesem Jahr eine umfassende Bürgerbeteiligung kommen wird. „Wir wollen eine hohe Akzeptanz bei der Bremerhavener Bevölkerung erreichen, um das Werftquartier so zu entwickeln, dass es faktisch, aber auch imagemäßig unsere Stadt in eine moderne Zukunft transformiert.“ Diese Transformation wird nach Einschätzung von Wissenschafts- und Häfensenatorin Schilling beschleunigt durch die wissenschaftlichen Einrichtungen im Quartier: „Mit dem Wissenschaftscampus des Alfred-Wegener-Instituts, das einen eigenen Forschungshafen bekommen soll, und mit den Thünen-Instituten für Seefischerei und Fischereiökologie mit ihren Liegeplätzen im Fischereihafen I erhält das neue Quartier Akzente, die einmalig sind. Das Land unterstützt diese Entwicklung deshalb aus Überzeugung.“

Bürgermeister Neuhoff ergänzt: „Das Stadtplanungsamt kommt mit den anstehenden Aufgaben an seine Grenzen. Denn alles, was nun geplant wird und was gemeinschaftlich mit vielen Stakeholdern entwickelt wird, muss auch planungsrechtlich abgesichert werden, das ist die anspruchsvolle Aufgabe des Amts. Ich bin mir aber sicher, dass es sich lohnt.“

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