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"Wohl des Tieres geht vor" - Streit um Eisbärenbaby überflüssig

Ein Streit um die richtige Präsentation und Vermarktung des Eisbärenbabys im Bremerhavener Zoo am Meer ist nach Meinung von Oberbürgermeister Melf Grantz überflüssig. Das Eisbärenbaby im Bremerhavener Zoo am Meer wird der Öffentlichkeit so präsentiert werden, dass es dem Wohl des Tieres nicht schadet und dennoch dem Zoo am Meer als Ganzes nützt.

„Dabei vertraue ich vollständig der Kompetenz von Zoodirektorin und Geschäftsführerin Dr. Heike Kück, die mit ihrem Team hervorragende Arbeit leistet“, erklärt der Oberbürgermeister in enger Abstimmung mit dem zuständigen Dezernenten, Stadtrat Michael Frost zu Diskussionen über optimale Vermarktung der Eisbärengeburt.

Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass die Gesundheit des Eisbären im Vordergrund steht. Gleichwohl ist die erste gelungene Eisbären-Nachzucht im Zoo am Meer seit 41 Jahren ein Ereignis, das über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus für Aufmerksamkeit sorgt. „Ein möglicher Besucherzuwachs im Zoo muss deshalb im Vorfeld berücksichtigt und sinnvoll organisiert werden“, erklärt Grantz. Er verweist allerdings Erwartungen über die mögliche und im Prinzip sinnvolle Steigerung von Besucherzahlen wegen des Eisbärenbabys ins Reich der Spekulation. Wichtig sei, die Gäste des Zoo am Meer nicht zu enttäuschen und gleichzeitig den möglichen Stress für die Eisbären durch einen Besucherandrang gering zu halten. Dafür werden von der Zooleitung in enger Abstimmung mit der „Erlebnis Bremerhaven GmbH“ verschiedenste Lösungsansätze bis hin zu einer Bildschirmübertragung, durch die der Blick in das Eisbärengehege für mehr Menschen parallel möglich wäre, diskutiert. „Diese werden gegebenenfalls zum nötigen Zeitpunkt umgesetzt werden“, erläutert der Oberbürgermeister.

Oberbürgermeister Grantz und Stadtrat Frost, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo am Meer GmbH ist, betonen, dass die Geburt eines Eisbären-Babys kein Selbstgänger sei, der automatisch für starke Publikumszuwächse sorge. „Im Zoo am Meer haben wir es nicht mit einer Handaufzucht wie etwa beim Eisbären Knut in Berlin zu tun. Anders als in Berlin kann es in Bremerhaven keine täglich festen Zeiten geben, zu denen der junge Eisbär gefüttert und dem Publikum gezeigt wird. Es wird in dem Sinne in Bremerhaven also keine ‚Eisbären-Show’ geben – was mit Sicherheit auch dem Wohl und der Gesundheit der Tiere zugute kommt“, so Stadtrat Frost.

Oberbürgermeister Melf Grantz hat seinen Magistratskollegen, Bürgermeister Michael Teiser gebeten, trotz möglicher inhaltlich unterschiedlicher Auffassungen zur Vermarktung des Eisbärenbabys persönliche Angriffe auf die ihre Aufgabe hervorragend wahrnehmende Zoodirektorin und das überaus engagierte Pflegepersonal des Zoo am Meer einzustellen. „Ein derartiger Streit ist überflüssig und fördert nicht das Gesamtinteresse der Stadt Bremerhaven“, erklärt der Bremerhavener Oberbürgermeister.

Die Zooleitung rechnet damit, dass Eisbärin Valeska und ihr Junges frühestens im April im Gehege zu sehen sein werden. Dann könnte das Eisbären-Baby groß genug sein, um die Treppen in der Anlage zu bewältigen.

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