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Wencke-Dock: Ein Juwel der Stadt-Historie wird gerettet

Bröckelnde Backsteine, die Kaimauern teilweise eingestürzt, das Dock mit Erde verfüllt – auf den ersten Blick ist nicht mehr viel vom Wencke-Dock an der Geeste zu sehen. Dennoch schlummert hier ein schiffbau-historischer Schatz, der seinesgleichen sucht. Das Wencke-Dock gilt als der älteste, in Teilen erhaltene Schiffbauplatz Europas. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes wird das einmalige Bauwerk direkt am Eingang zur Innenstadt jetzt restauriert.

Bereits fünf Jahre nach der Stadtgründung im Jahr 1827 entstehen am nördlichen Geeste-Ufer in der Nähe der heutigen Hochschule gleich zwei neue Werften. Heute finden wir dort, als Hinterlassenschaft jener Epoche, das Wencke-Dock. Es handelt sich um das älteste noch erhaltene Trockendock Europas und es gilt als nationales Baudenkmal. Ein echtes Juwel aus der Gründerzeit Bremerhavens. Lange Zeit fehlten leider die Mittel, das einzige Denkmal der deutschen Hafen-, Schifffahrts- und Schiffbaugeschichte zu erhalten.

Mit der tatkräftigen Unterstützung des Kulturstaatsministers Bernd Neumann - seines Zeichens Bremer - ist es nun gelungen, diese wichtige Aufgabe zu stemmen. Aus einem Sonderprogramm stellt der Bund 900.000 Euro bereit, mit dem das Kleinod wieder ins richtige Licht gerückt wird. Weitere 1,2 Millionen Euro bezahlt die Stadt Bremerhaven. Die gesamte Maßnahme kostet 2,1 Millionen Euro und wird in zwei Schritten durchgeführt.

Im ersten Schritt - der im November 2011 beginnt, wird das Dock in seinen alten Umrissen sichtbar gemacht. Hierbei wird die Kronenmauer zum Teil freigelegt und wieder hergestellt. Damit die Anlage später anschaulich erlebbar gemacht werden kann, werden vom Dockhaupt neue Wege um das Wencke-Dock herumgeführt. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten werden einige wild gewachsene Bäume entfernt. Dies ist zwingend notwendig, da ihre Wurzelballen bei der Freilegung der Kronenmauer beschädigt werden und die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Umfangreiche Ersatzpflanzungen werden als ökologischer Ausgleich in anderen Bereichen des Areals vorgenommen.

Bereits im Sommer nächsten Jahres wird dann im zweiten Schritt die umgestürzte Kaimauer wieder befestigt. Da die eingestürzte Böschung direkt an einer Bundeswasserstraße Geeste liegt, steht hier noch ein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren aus. Die zuständigen Stellen gehen derzeit aber davon aus, dass im Sommer 2012 die notwendigen Rammarbeiten durchgeführt werden können. Marco Butzkus

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