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Theatrales Lichterspektakel: Gartenbauamt betreibt VIP-Pflege im Gesundheitspark

Bremerhavens größtes Lichterfest sorgt im Vorfeld für reichlich Arbeit. Veranstalter hoffen auf einsichtige Besucher und wenig Autoverkehr.

Wenn das Theatrale Lichterspektakel an diesem Wochenende wieder mehrere Tausend Menschen in den illuminierten Gesundheitspark Speckenbüttel lockt, haben viele Kräfte mitgeholfen, dieses wunderbare Event auf die Beine zu stellen. Neben den vielen Künstlern und Initiativen, die für die tolle Stimmung im Park sorgen, sind es vor allem die Mitarbeiter des Gartenbauamts, die sich um die Infrastruktur und die Sicherheit kümmern und das Fest somit erst ermöglichen. Im Park wurde unter Hochdruck gearbeitet, um dem Lichttheater eine sichere Bühne zu bieten. Rund 100.000 Quadratmeter Rasen wurden gemäht, mehr als 100 Kubikmeter Totholz aus den Bäumen entfernt und sämtliche Wege gereinigt, befestigt und geprüft. Das Spektakel darf also beginnen.

„Kaum jemand ahnt, wie viel Aufwand hinter der Organisation eines so großen Events wie dem Lichtspektakel steht“, sagt der technische Leiter des Gartenbauamts Thomas Reinicke. Sein Amt ist als Hausherr des Parks dazu verpflichtet, für die notwendige Sicherheit zu sorgen. „Das hat uns durch den starken Sturm in der letzten Woche in diesem Jahr besonders viel Arbeit gekostet“, berichtet Reinicke. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass in den Bäumen kein loses Totholz hängt, das den Leuten auf den Kopf fallen könnte. Das ist zwar unser üblicher Job, aber nach dem Sturm letzte Woche eine ganze Menge mehr als üblich. Es wurden mehr als 100 Kubikmeter Holz- und Astwerk gehäkselt“, führt der Amtsleiter aus. Zudem mussten alle betroffenen Rasenflächen noch mal gemäht werden. Laut Gartenbauamt sind das rund 100.000 Quadratmeter.

Reinickes Mitarbeiter aus dem Pflegebezirk Nord, zu dem auch der Gesundheitspark gehört, sprechen bei den Arbeiten zum Lichterspektakel augenzwinkernd von einer VIP-Pflege. So muss dem Rosengarten und dem Weidenschlösschen etwas mehr Zeit gewidmet werden. Viele Hecken werden gestutzt, Unkraut wird gejätet und Wege werden befestigt. Letztere werden derzeit gerne von Wühlmäusen untergraben. Die so entstandenen Löcher sind gefährlich, weil man in der Dunkelheit hineintreten und dann umknicken könnte. Um das zu verhindern, werden die betroffenen Wege derzeit täglich überprüft und mögliche neue Wühlmaus-Löcher abgedichtet. Viel Arbeit – aber für ein lohnendes Ziel. Das Theatrale Lichtspektakel hat sich zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt, der Jahr für Jahr mehr als 8.000 Menschen in den erleuchteten Park lockt.

Die Idee zu dem Fest kam Reinicke vor 15 Jahren gemeinsam mit Jochen Hertrampf vom Kulturbüro Bremerhaven. „Zum Konzept zur Umgestaltung des Speckenbüttler Parks, damals noch noch als Wellness- und Gesundheitspark Speckenbüttel geplant, gehörten auch Veranstaltungen, zu denen die Menschen in den Park kommen sollten“, erklärt Reinicke. Er und Jochen Hertrampf waren sofort von der Idee infiziert, einen „Laternenlauf“ der etwas anderen Art zu entwickeln. Dabei sollte der dunkle Park durch Illuminationen und theatrale Inszenierungen in einzigartiger Weise in Szene gesetzt werden. Die Rahmenbedingungen wurden durch Reinicke und das Gartenbauamt geschaffen. Das komplette Programm von Jochen Hertrampf organisiert. So ist es bis heute geblieben. Zum Konzept gehört auch bis heute, dass die Speisenangebote vor Ort aus zertifizierter Bio-Produktion sind und dass kein Alkohol ausgeschenkt wird. „Das ist uns sehr wichtig“, sagt Reinicke ernst. „Es handelt sich dabei schließlich um ein Kinder- und Familien-Event und da hat Alkohol nichts zu suchen“, stellt er klar.

Noch eines ist aus Thomas Reinickes Sicht besonders wichtig. Das Fest ist sehr beliebt, hat aber langsam ein echtes Verkehrsproblem. Das Verkehrsaufkommen rund um den Park herum ist während der Veranstaltung besorgniserregend hoch. Es gibt einfach nicht ausreichend Parkplätze in dem Areal. Die Folge ist ein Verkehrsinfarkt vor und nach dem Fest. Reinicke ruft deshalb auf: „Lasst bitte das Auto stehen – es hat keinen Sinn und verursacht nur Chaos“. Es wäre viel sinnvoller und entspannter, mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad in den Park zu kommen.   Marco Butzkus