Sonnenenergie auf dem Dach: Projekt Sun Area informiert über Solar-Chancen

Auftakt zum großangelegten Projekt Sun Area: Vom 7. Februar an können sich die Bremerhavener auf einer eigenen Internetseite über das Solarpotenzial ihres Hausdaches informieren. Ziel der Analyse ist es, Gebäudeeigentümer und -nutzer stärker auf die Möglichkeiten der Solarenergienutzung aufmerksam zu machen und damit das vorhandene Solarpotenzial besser auszuschöpfen. Baustadtrat Volker Holm: "Damit wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, den Umweltgedanken in der Klimastadt Bremerhaven zu stärken und die erneuerbare Energieerzeugung zu steigern."

Das Solarkataster ist als Gemeinschaftsprojekt zwischen der swb AG und der Stadt Bremerhaven entstanden. Die Seite wird in die Internetauftritte der Kooperationspartner eingebunden oder direkt mit einem Link zu erreichen sein. Hauseigentümer, die mit der Veröffentlichung der Daten ihres Gebäudes nicht einverstanden sind, können dagegen beim Vermessungs- und Katasteramt, Fährstraße 20, 27568 Bremerhaven,  vermamt@magistrat.bremerhaven.de,  0471 590-3356,  0471 590-2078, Widerspruch einlegen.

Auf einem Luftbild ist jedes einzelne von ungefähr 45 000 Gebäuden farblich gekennzeichnet, je nachdem, wie hoch jeweils der zu erwartende Solarertrag ist. „Wer im Internet die Straße und Hausnummer angibt, kommt sofort zu dem gewünschten Gebäude“, erläutert der Leiter des Vermessungs- und Katasteramts, Ulrich Gellhaus. Wenn es rot gekennzeichnet ist, erzielt das ausgewählte Dach mindestens 95 Prozent der maximal möglichen Solarstrahlung und ist sehr gut geeignet. Ist es orange, erreicht das Dach immerhin noch zwischen 80 bis 95 Prozent Einstrahlungsenergie. Folgt man dem Link „Solareignung", werden zu jeder gewünschten Dachteilfläche die mögliche Modulfläche und der daraus resultierende Jahresertrag in Kilowattstunden ausgewiesen.

Das Projekt Sun-Area wurde von der Fachhochschule Osnabrück entwickelt und bereits in 18 Städten wie Osnabrück, Wiesbaden, Bielefeld, Braunschweig und Potsdam eingeführt. Die entsprechende Software ermöglicht die Beurteilung, ob, wie stark und in welcher Form, Gebäude, Anlagen und Freiflächen für Solaranlagen (Photovoltaik- und Solarthermieanlagen) geeignet sind. Auf der Basis von Laserscannerdaten, die per Flugzeug 2008 aufgenommen wurden, werden Form, Neigung, Ausrichtung und Verschattung von Dachflächen ermittelt. Ergänzt werden diese technischen Kriterien durch einen Wirtschaftlichkeitsrechner.

Gellhaus: „Das Potenzial auf Bremerhavens Dachflächen ist groß. Von den 44 988 untersuchten Gebäuden sind rund 1,155 Millionen Quadratmeter Dachfläche für die Photovoltaik-Nutzung optimal geeignet. Über diese Fläche könnten mehr als 142 000 Megawattstunden im Jahr Strom gewonnen werden. Insgesamt sind 2,161 Millionen Quadratmeter Dachfläche geeignet, die einen Stromertrag von rund 247 800 MWh jährlich liefern und 123 400 Tonnen CO2 einsparen.

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