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Skepsis bleibt: Post kann Bedenken gegen Schließung ihrer Filialen nicht zerstreuen

Die beabsichtigte Schließung der Postfilialen in der Schifferstraße und in der Hafenstraße war Thema einer Gesprächsrunde, zu der Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken Vertreter der Deutschen Post AG, der Leher Stadtteilkonferenz, der Industrie- und Handelskammer (IHK), des Vereins City Skipper e. V. (Kaufmannschaft u. Interessenvertretung Innenstadt) sowie die Vorsitzenden der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung eingeladen hat.

Die Vertreter der Post versprachen, die beabsichtigte Schließung der Filialen werde durch verbesserten Service in Post-Partnerfilialen ersetzt. Die Skepsis der Bremerhavener gegenüber dieser Zusage, so der Stadtverordnetenvorsteher, konnte nicht zerstreut werden. Die Bremerhavener Vertreter würden das Versprechen der Post nun genau beobachten und erwarteten seine Einlösung.

Bei dem Informationsgespräch bestätigten die Vertreter der Post die beabsichtigte Schließung der Filiale in der Hafenstraße zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Partner zur Übernahme der Dienstleistungen gefunden, vertraglich abgesichert und entsprechend geschult worden ist. Zurzeit seien die Räumlichkeiten nicht gekündigt. Die Filiale in der Schifferstraße werde vorerst noch weitergeführt, aber zu gegebener Zeit ebenfalls geschlossen und durch Postfilialen bei Einzelhändlern ersetzt. An der Entscheidung der Unternehmensleitung der Deutsche Post AG sei nicht zu rütteln. Mitarbeiter der Post würden dabei nicht entlassen.

Die Bremerhavener Vertreter verdeutlichten, dass eine Postfiliale im Bewusstsein der Bürger einen hohen Stellenwert genieße. Bei Postpartnern könne man sich nicht vorstellen, die gleichen Dienst- bzw. Serviceleistungen zu erhalten wie in den Postfilialen. Darüber hinaus wiesen die Bremerhavener darauf hin, dass eine Postfiliale wie die in der Schifferstraße, die inmitten des neuen Tourismusgebiets Havenwelten liegt und in dem Hunderte von Arbeitsplätzen entstehen, unerlässlich sei. Die Befürchtungen der Bremerhavener wurden von den Vertretern der Post nicht geteilt.

Auf die Frage nach den Kriterien, nach denen Postfilialen zur Umstellung ausgewählt werden, gab es von der Post keine konkrete Antwort. Nach Meinung der Postvertreter könnten Einzelhändler unterschiedlichster Fachrichtung den Vollservice der Post durchaus vergleichbar gut und hinsichtlich der Geschäftsöffnungszeiten sogar noch attraktiver anbieten. Die Post-Vertreter bestätigten, dass es sich bei den Filialen Schifferstraße und Hafenstraße um gut laufende Filialen handle.

Stadtverordnetenvorsteher Beneken machte deutlich, dass die Ankündigung der Schließung von zwei Postfilialen in der Stadt im Hinblick auf die derzeitige Aufwärtsentwicklung durch die Ansiedlung von Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Entwicklung von Forschung, Wissenschaft und Tourismus das Image der Stadt beschädigt habe.

Die Vertreter der Post sagten zu, den bisherigen Service in allen Dienstleistungen in vollem Umfang in Post-Partnerfilialen abwickeln zu können und dabei das Ganze noch flexibler als bisher und dabei kostengünstiger anzubieten. Die Einlösung dieses Versprechens der Post zur Verbesserung des Services werde von den Bremerhavenern kritisch begleitet, versicherte Beneken. An die Vertreter der IHK wurde abschließend appelliert, die von der Post angebotenen Dienstleistungsverträge für mögliche Postpartner kritisch zu überdenken und sie zu beraten, damit Vollzeitstellen nicht durch "Anlern-Jobs" auf 400-Euro-Basis ersetzt werden.

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