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Scholl-Schule wird saniert: Beton verschwindet hinter neuer Fassade

Neues Gesicht für das Schulzentrum Geschwister Scholl: In drei Etappen bringt der städtische Wirtschaftsbetrieb Seestadt Immobilien nach und nach den 40 Jahren alten Bau auf Vordermann. Die Arbeiten für den ersten Abschnitt laufen bereits. Mit 2,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes erhält ein Teil der Schule eine energiesparende Fassade, hinter der die graue Gebäudefront aus Beton verschwindet (siehe Bild).

Der Sanierungsstau ist an dem Schulzentrum aus den frühen siebziger Jahren nicht mehr zu übersehen. „Schon lange leidet die Außenhülle unter Baumängeln, die für die Betonbauten aus dieser Zeit nicht untypisch sind", klagt Lothar Wöhlken, Technischer Betriebsleiter der Seestadt Immobilien. Die Flachdächer sind undicht, Fenster und Türen erneuerungsbedürftig. Bewehrungseisen liegen frei und rosten vor sich hin, weil Beton abgeplatzt ist. Die Gesamtkosten für die Erneuerung der gesamten Außenhülle, so Wöhlken, dürften denn auch bei sechs bis sieben Millionen Euro liegen.

Mit der Finanzspritze von 2,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II ist jetzt der Einstieg in die Sanierung gelungen. „Dafür können wir zunächst etwa ein Drittel des Gebäudes mit einer komplett neuen Außenhülle versehen", freut sich der Betriebsleiter und hofft auf eine möglichst rasche Finanzierung der nächsten Bauabschnitte. Denn auf lange Sicht zahlt sich das Vorhaben für die Stadt als energiesparende Investition für die Zukunft aus: Nach Abschluss aller Arbeiten sollen die jährlichen Heizkosten für das Schulzentrum auf weniger als die Hälfte sinken.

Im ersten Durchgang werden rund 2400 Quadratmeter Fassade und 1500 Quadratmeter Dachfläche runderneuert. Mit der Planung und Umsetzung haben die Seestadt Immobilien den Wirtschaftsbetrieb Stadtbau beauftragt. Prägend für den Betonbau sind die kubischen, modulartig versetzten Geschosse mit kleinteiligen Fassaden- und Dachflächen sowie einem übergroßen Anteil an Außenflächen. „Die müssen auf einen hohen, Energiestandard gebracht und zukunftsfähig gemacht werden", erläutert Udo Stoessel, Leiter der Hochbauabteilung bei den Seestadt Immobilien. Entscheidend sei es dabei, das Äußere der Scholl-Schule nicht maßgeblich zu verändern und ihr gleichzeitig eine zeitgemäße Optik zu geben. Dafür verschwindet die Betonfront hinter einer Vorhangfassade aus Kunststeinplatte mit einer 14 Zentimeter dicken Dämmung. Farbig gefasste Fensterelemente und ein darauf abgestimmter Sonnenschutz sollen das neue Erscheinungsbild prägen.

Die Aula des Schulzentrums wird sich als markanter Baukörper in Holz- und Glasoptik mit einer vorgelagerten Fluchttreppe vom restlichen Baukörper abheben. „Doch bis dahin dauert es noch", schränkt Betriebsleiter Wöhlken ein, „denn die Aula kommt im dritten Abschnitt an die Reihe." Bei den jetzt begonnenen Arbeiten wollen Seestadt Immobilien und Stadtbau wichtige Erfahrungen für einen optimalen Ablauf in den folgenden Etappen machen, da die Sanierung bei laufendem Schulbetrieb über die Bühne geht. Wöhlken: „Das ist nur in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung möglich."

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