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Runder Tisch Einbruch: Qualitätsmanagement und Sonderaktionen der Polizei

Der Runde Tisch Einbruch hat sich am Donnerstag, 14. März, getroffen. Die Vertreter der mitwirkenden Institutionen haben in intensiver Beratung verschiedene Dinge besprochen, den neuesten Sachstand abgeglichen und weitere Maßnahmen verabredet. Es soll zusätzlich ein Qualitätsmanagement eingerichtet und die Bereitschaftspolizei hinzugezogen werden. Das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Studie der Bochumer Ruhr-Universität zur Einbruchssituation in Bremerhaven könnte dem Gremium bereits im Mai vorliegen.

Unter Federführung von Oberbürgermeister Melf Grantz stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ortspolizeibehörde, des Amtsgerichts Bremerhaven, der Staatsanwaltschaft Bremerhaven, der Generalstaatsanwaltschaft Bremen, der Bewährungshilfe, der Jugendgerichtshilfe, des Amtes für Jugend, Familie und Frauen, des Sozialamtes, des Gesundheitsamtes des Magistrats der Stadt Bremerhaven, des Präventionsrates der Stadt Bremerhaven, des Weißen Rings sowie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft bei der Sitzung die bisher getroffenen Maßnahmen und weitere Entwicklungen vor.

So initiierte Oberbürgermeister Grantz zusätzlich ein neues Qualitätsmanagement „Wohnungseinbruch“. Das Treffen im kleineren Kreis zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz soll bei den Entwicklungen im Bereich Wohnungseinbruch gegensteuern und die Zusammenarbeit verstärken. Dabei soll nicht nur die Gesamtsituation erörtert, sondern auch Einzelfälle betrachtet werden.

Mit ersten Ergebnissen der in Arbeit befindlichen Studie von Prof. Dr. Thomas Feltes (Ruhruniversität in Bochum) zur Einbruchssituation in Bremerhaven wird im Mai gerechnet. Die Untersuchung hat das Ziel, die Arbeitsprozesse in den Bereichen Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz unter die Lupe zu nehmen, um die Zusammenarbeit zu optimieren. Neues gibt es auch von der Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen unter Leitung von Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Mit ersten Zwischenergebnissen ist Ende des Jahres zu rechnen.

Der Direktor der Ortspolizeibehörde, Harry Götze, stellte dem Gremium die für die kommenden Monate geplanten Maßnahmen vor. Unter anderem wird es groß angelegte Sonderaktionen zusammen mit der Bereitschaftspolizei in Bremen geben. Harry Götze: „Zur Zeit prüfen wir weitere Organisationsveränderungen innerhalb der Polizei, um die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs noch weiter zu intensivieren.“

Außerdem stellte Harry Götze die aktuelle Lageentwicklung im Kriminalitätsfeld Einbruch vor. Die ersten beiden Monate des neuen Jahres 2013 stellen laut seinen Ausführungen keine Besserung der Situation in Aussicht. Dazu Oberbürgermeister Melf Grantz: „Das zeigt deutlich, dass alle verabredeten Maßnahmen genügend Zeit brauchen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.“

Der Polizeichef stellte den Wohnungseinbruch in Relation zur Gesamtkriminalität in der Stadt Bremerhaven. Demnach verzeichnet die Stadt Bremerhaven die niedrigste Anzahl an Straftaten seit über 25 Jahren. Das gleiche gilt für die Aufklärungsquote, die mit 52,8 Prozent über dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre steht. Zum Wohnungseinbruch erläuterte Götze: „Die potenziellen Täter weichen insbesondere auf Wohnungen aus, die nicht besonders gegen Einbruch gesichert sind.“ Die Brennpunkte für Wohnungseinbrüche seien die Ortsteile Goethestraße, Am Klushof und Geestendorf.

Die Täter sind nach Erkenntnissen der Polizei sehr mobil und im gesamten Stadtgebiet sowie in den angrenzenden Landkreisen rechts und links der Weser unterwegs. Deshalb werden die beiden Polizeibehörden aus Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven die Arbeit ihrer bestehenden gemeinsamen Ermittlungsgruppe intensivieren. Im vergangenen Jahr war es der gemeinsamen Ermittlungsgruppe gelungen, eine größere Einbrechergruppe zu überführen. Die nächsten Themen des Runden Tisches Einbruch werden unter anderem die Drogen- und Suchtpräventionsarbeit sein.

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