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Rosche fordert sachlichere Diskussion: "Sozialverträgliche Zeitarbeit notwendig"

Stadtrat Klaus Rosche will die Diskussion um die Zeitarbeit und die Firma Personal Aktiv GmbH versachlichen. Für Montag, 16. Mai, hat der Dezernent für kommunale Arbeitsmarktpolitik Geschäftsführer und Beschäftigte der beteiligten Gesellschaften, der Arbeitnehmerkammer, der Gewerkschaften und der Stadtkämmerei zu einem Runden Tisch eingeladen.

„Mein Ziel ist es, zu einem möglichst breiten Konsens über die Zeitarbeit und die Tätigkeit von Personal Aktiv zu kommen“, sagt der Dezernent. In einer Stadt mit hoher Langzeitarbeitslosigkeit sei eine sozialverträgliche und zeitlich begrenzte Zeitarbeit ein geeignetes Instrument der Arbeitsmarktpolitik, auf das Bremerhaven nicht verzichten könne. Dass Personal Aktiv den Mindestlohn von 8,50 Euro zahle, ist laut Rosche selbstverständlich.

Der Stadtrat erinnert daran, dass der Bremer Arbeitssenator Ende der 90er Jahre die Gründung von Gesellschaften mit sozialverträglicher Zeitarbeit angeschoben habe. Ziel sei es damals gewesen, Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. „Daran“, so der Stadtrat, „hat sich bis heute nichts geändert.“ Allein von 2008 bis 2010 habe Personal Aktiv in der Seestadt 449 Beschäftigte eingestellt, von denen 76 Prozent zuvor ohne Arbeit gewesen seien. Der Bundesdurchschnitt liege bei 61 Prozent.

380 Arbeitnehmer habe Personal Aktiv 2010 an Betriebe in feste Jobs vermittelt. Rosche: „Eine solche Übernahmequote von fast 30 Prozent ist umso wichtiger, als die schwarzgelbe Bundesregierung die Mittel für Langzeitarbeitslose von 24 auf 15 Millionen Euro gekürzt hat. Deshalb brauchen wir ein so erfolgreiches Mittel wie die sozialverträgliche Zeitarbeit zum Abbau von lang anhaltender Erwerbslosigkeit.“ Eine ähnliche Marschroute verfolge beispielsweise in Nordrhein-Westfalen das Zeitarbeitsunternehmen „Start NRW“, das von mehreren Städten und Landkreisen mitgetragen werde.

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