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Rede von Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken zur Eröffnung des Frische-Zentrums Seafood der Rewe-Gruppe

Anrede,

ich freue mich sehr, Ihnen aus diesem für den Fischereihafen so wichtigen Anlass die Glückwünsche der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats der Seestadt Bremerhaven überbringen zu können. Für unsere Stadt ist es ein Glücksfall, wenn die Rewe-Gruppe als bedeutendes und in ganz Europa tätiges Unternehmen ein Frischezentrum für Fisch und Meeresdelikatessen im Fischereihafen baut, mehrere Millionen Euro investiert und 23 neue Arbeitsplätze schafft. Zu diesem Ansiedlungserfolg gratuliere ich der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft mit Frau Riechers-Kuhlmann an der Spitze ganz herzlich.

Die Einweihung des Frischezentrums beweist erneut, wie attraktiv der Fischereihafen Bremerhaven auch im 113. Jahr seines Bestehens ist. Und sie zeigt, dass der Fischereihafen nach wie vor seinem Namen alle Ehre macht. Trotz des erfolgreichen Strukturwandels in den vergangenen Jahren, in denen sich dort auch eine Reihe von Unternehmen aus anderen Branchen niedergelassen haben, dominiert im Fischereihafen natürlich weiterhin der Fisch. Denn in Bremerhaven schlägt das Herz der deutschen Fischwirtschaft. Nirgendwo sind die Früchte des Meeres so frisch wie hier im Zentrum der Fisch- und Lebensmittelwirtschaft, und diese Überzeugung herrscht überall in Deutschland vor, wie Verbraucherumfragen immer wieder bestätigen. Deshalb konnte die Rewe-Gruppe mit ihrer Tochter Stöver Frische-Team gar keine bessere Standortwahl treffen, als sie sich dafür entschied, ihr Frische-Zentrum Seafood und ihre Seafood-Akademie im Fischereihafen Bremerhaven anzusiedeln.

Mit dem europaweit tätigen Handelskonzern Rewe ist jetzt eine weitere große Marke im Fischereihafen vertreten, wo bereits seit vielen Jahren neben zahlreichen mittelständischen Betrieben hochkarätige Unternehmen der deutschen Lebensmittelbranche tätig sind. Daraus hat sich ein besonderer Standortvorteil Bremerhavens für die Lebensmittelwirtschaft ergeben, denn hier befindet sich in einmaliger Ausprägung die gesamte Wertschöpfungskette rund um den Fisch und damit auch die besondere Kompetenz zur Verarbeitung hochwertiger Nahrungsmittel - vor allem auch im Tiefkühlbereich. Bremerhaven gilt daher zu Recht als Tiefkühltruhe und Kühlhaus Europas. Von hier aus geht die Tiefkühlware dank einer perfekten Logistik bis in die entferntesten Winkel des Kontinents.

Diese positive Entwicklung ist gezielten strukturpolitischen Maßnahmen durch die öffentliche Hand zu verdanken, die optimale Rahmenbedingungen für die fischverarbeitende Industrie geschaffen hat. Nach dem dramatischen Rückgang der Anlandung von Frischfisch - verursacht durch die Veränderungen im Seerecht und die Einführung der 200-SeemeilenZonein den siebziger Jahren - hat die Fisch- und Lebensmittelwirtschaft in Bremerhaven den notwendigen Strukturwandel hervorragend bewältigt. Im gesamten Fischereihafen arbeiten inzwischen mehr als 8000 Menschen in über 350 Betrieben - das sind mehr als zur Blütezeit der deutschen Hochseefischerei, als im Fischereihafen die Trawler dicht an dicht an den Kajen lagen. Von den mehr als 8000 Mitarbeitern sind allein über 4000 in der Fischverarbeitung tätig. Mehr als jeder dritte Beschäftigte der deutschen Fischindustrie arbeitet im Fischereihafen Bremerhaven.

Die Fisch- und Lebensmittelwirtschaft ist daher ein überaus wichtiges Standbein der Bremerhavener Wirtschaftsstruktur. Dazu gehören nicht nur die großen Lebensmittelproduzenten, sondern auch Zulieferbetriebe der unterschiedlichsten Branchen. Unternehmen aus der Verpackungsindustrie und der Kühleisproduktion sind ebenso vertreten wie aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Hygiene-, Qualitäts- und Sicherheitsprüfung, der Produktentwicklung sowie Hersteller von Gewürzen und Zusatzstoffen.

Die moderne Wirtschaftsstruktur des Fischereihafens wird von einer ebenso innovativen Bremerhavener Wissenschaftslandschaft begleitet. Maritime Forschungseinrichtungen arbeiten mit der Fisch- und Lebensmittelindustrie bei der Suche nach verbesserten Produktionsverfahren, der Entwicklung neuer Produkte, der Qualitätssteigerung, der Lebensmittelhygiene und der Sensorik zusammen. Im Biotechnologiezentrum BioNord untersuchen wissenschaftsorientierte Unternehmen, wie Meereserzeugnisse und Erkenntnisse aus der Meeresbiologie in neue Produkte und Produktionsverfahren umgewandelt werden können. Das BioNord hat eine so gute Auslastung, dass schon bald der 2. Bauabschnitt fertig ist. Unterstützt werden die Unternehmen des Biotechnologiezentrums in vielfältiger Weise vom Technologie-Transfer-Zentrum, dem Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie der Hochschule Bremerhaven.

Doch der Fischereihafen hat bekanntlich weitaus mehr zu bieten als die Lebensmittelindustrie. Er ist zu einem multifunktionalen Gewerbegebiet geworden, in dem auch andere Branchen erfolgreich arbeiten. Bedeutende Unternehmen haben sich hier angesiedelt - nicht zuletzt aus der Offshore-Windenergie, für die Bremerhaven in den vergangenen Jahren zum führenden Standort an der Küste geworden ist.

Und auch als Touristenmagnet ist der Fischereihafen aus Bremerhaven mit seiner maritimen Erlebnismeile nicht wegzudenken. Seit mehr als zehn Jahren zieht das Schaufenster Fischereihafen die Besucher von weither an, eine Kultur-, Restaurant- und Kneipenmeile mit maritimer Unterhaltung, Theater und natürlich auch köstlichen Spezialitäten aus dem Meer. Für fast eine Million Touristen im Jahr wird der Fisch auf diese Weise im Schaufenster Fischereihafen erlebbar gemacht.

Auch dieser Erfolg beweist: Der Fischereihafen Bremerhaven hat seine Zukunftschancen genutzt und ist als Kompetenzzentrum in Sachen Fisch und Lebensmittel bestens aufgestellt. Gemeinsam mit dem Land Bremen wird die Stadt Bremerhaven auch künftig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich daran nichts ändert und Bremerhaven weiterhin die deutsche Fisch-Hauptstadt bleibt.

Dass das Frische-Zentrum der Rewe-Gruppe für Fisch und Meeresfrüchte und die Seafood-Akademie hervorragend in dieses Umfeld passen, versteht sich von selbst. Ich freue mich sehr, dass diese Ansiedlung die Bedeutung des Fischereihafens weiter stärkt und neue Arbeitsplätze schafft, und wünsche sowohl dem Unternehmen als auch allen hier tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Erfolg.

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