Aktuelle Tageszeitungen im Regal

Rede von Oberbürgermeister Melf Grantz anlässlich der Einweihung des Hauses T der Hochschule Bremerhaven

Anrede,

die Geschichte der Hochschule Bremerhaven ist eine Erfolgsgeschichte. Seit den Anfängen im Jahr 1975 mit ganz genau 271 Studenten, ist die Zahl der Studiengänge und Studierenden beständig gewachsen und damit auch die Hochschule selbst. Das Hauptgebäude hier an der Karlsburg wurde immer wieder erweitert und besteht mittlerweile aus acht Gebäuden mit stolzen 21.000 Quadratmetern Fläche. Dass wir heute die Eröffnung des Hauses T feiern, ist ein weiterer Meilenstein in dieser Entwicklung. An kaum einem anderen Standort in Deutschland findet man eine Hochschule, die derart zentral mitten in der Innenstadt umgeben von Kultur, Gastronomie und städtischem Leben liegt.

Deshalb ist es auch das erklärte Ziel der Stadt Bremerhaven, das Gelände rund um die Hochschule weiter auszubauen und neu zu gestalten, so dass hier ein richtiger Campus entsteht, der sich sehen lassen kann. Nach dem Motto: Autos raus und Fußgänger rein, wollen wir hier an der Karlsburg direkt neben der Geeste in bester Lage eine schöne Fußgängerzone schaffen – und damit ein Areal mit Charakter, das – noch mehr als jetzt schon – ganz Studienort ist. So wird die Hochschule Bremerhaven zu einem noch attraktiveren Ort, der sich mit Stolz bundesweit präsentieren und werben kann und mit Sicherheit noch viel mehr Studenten anlocken wird, als das heute ohnehin schon der Fall ist. Ein weiterer Ausbau der Hochschule ist deshalb meiner Meinung nach unverzichtbar, und die Koalition in der Stadtverordnetenversammlung wird sich beim Land Bremen mit Nachdruck dafür einsetzen, dass bis zum Jahr 2020 hier bei uns in Bremerhaven 4000 Studierende eingeschrieben sind – und damit rund 1000 Studenten mehr als heute.

Die neuen Räume sind auch ein Zeichen für den anhaltenden Aufschwung in unserer Stadt. Wirtschaftsbereiche wie die Offshore-Industrie wachsen ständig und benötigen Fachkräfte und Ingenieure. Die Technik der riesigen Windräder, die inzwischen pro Stück bis zu 4.500 Haushalte mit Strom versorgen können, wird immer weiter verbessert, erforscht und effizienter gemacht. Renommierte Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut bauen ihren Standort in Bremerhaven aus und sind inzwischen ebenso eng mit der Hochschule verknüpft, wie die großen Windrad-Hersteller Repower oder Areva im Fischereihafen.

Klassische Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre und Logistik haben unsere Hochschule bundesweit bekannt und über die Jahre zu einem gefragten Studienstandort gemacht. Inzwischen haben Studenten der Hochschule Bremerhaven oft schon vor dem Ende ihres Studiums ein festes Jobangebot aus der freien Marktwirtschaft in der Tasche und sind stolz darauf, dass sie in Bremerhaven studiert haben.

Diese Entwicklung ist kein Selbstgänger. Dazu gehören qualifizierte Fachkräfte und findige Professoren, die das Profil einer Hochschule immer weiter ausbauen und in der deutschen Hochschul-Landschaft besonders machen. Neue, innovative und teilweise bundesweit einzigartige Studiengänge wie Cruise-Industry-Management, Maritime Technologien oder Digitale Medien bescheren der Hochschule Bremerhaven in jedem Jahr neue Bewerberrekorde, und inzwischen ist die räumliche Grenze des Machbaren erreicht. Tagtäglich sitzen hier rund 3000 junge Menschen in den Hörsälen, arbeiten in den Laboren und Werkstätten und erhalten bei uns an der Weser ihre qualifizierte Hochschul-Ausbildung – von fast 70 Professoren.

Der Platz dafür wurde immer knapper und so ist es kein Wunder, dass sich Rektor Josef Stockemer, seine Kollegen und die Studenten heute mit uns gemeinsam über die Eröffnung des Hauses T – das übrigens für Technologie steht – freuen. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist es überhaupt nicht selbstverständlich, dass solche modernen und hervorragenden Lern- und Lehrmöglichkeiten geschaffen werden. Mein besonderer Dank als Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven gilt deshalb dem Bund und dem Land Bremen. Gemeinsam haben sie die Summe von 12,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und damit den Bau und die Ausstattung des Hauses T erst möglich gemacht haben.

Erfreulich ist nicht nur, dass beim Bau des Gebäudes die allerneuesten Standards bei Wärmedämmung und Energieverbrauch beachtet wurden. Auch von der Optik her kann sich das Haus T sehen lassen und fügt sich hervorragend in die bereits vorhandene Gebäudestruktur ein. Denn vorausschauend haben die Planer der Hochschul-Erweiterung wieder die Architektengruppe Kister, Scheithauser und Gross mit dem Entwurf und dem Bau beauftragt. Die Kölner Architekten haben bereits das Vorgänger-Gebäude „Haus S“ entworfen und damit auf Bundesebene einen renommierten Architekturpreis gewonnen. Wir können also darauf hoffen, dass auch das Haus T bundesweit Beachtung findet und vielleicht sogar wieder mit einem Preis ausgezeichnet wird – auch wenn sich Rektor Stockemer zunächst nicht mit der Farbe der Fußböden anfreunden konnte und sie einmal als „schweinchen-rosa“ bezeichnet haben soll.

Inzwischen aber findet auch er das Farbkonzept gelungen und im Haus T kann zukünftig auf beachtlichen 2500 Quadratmetern geforscht und gelehrt werden. Neben dem neuen großen Hörsaal für fast 140 Studenten, gibt es einen Veranstaltungssaal für 400 Zuhörer, der bei öffentlichen Vorträgen hoffentlich auch viele interessierte Bremerhavener Bürger anlockt. Ganz besonders freue ich mich über die neuen Labore. Denn nun ist die Hochschule Bremerhaven auch dazu in der Lage, komplette Schulklassen einzuladen, um so den Forschungsnachwuchs für die Arbeit an der Hochschule Bremerhaven und ein Hochschulstudium in der Heimatstadt zu begeistern. In diesem Sinne ist der heutige Tag nicht nur ein guter Tag für die Hochschule Bremerhaven, sondern für die ganze Stadt – denn vom Bau und der Eröffnung des Hauses T haben wir alle etwas.

Für diesen Artikel wurden folgende Schlagworte vergeben