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Rede von OB Grantz auf dem Treffen der Internationalen Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis

Anrede,

Es ist mir eine Ehre, Sie heute hier zu diesem wichtigen Treffen begrüßen zu dürfen. Die Stadt Bremerhaven ist stolz, dass Sie unsere Stadt für Ihre Konferenz ausgewählt haben. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Gründe, die Bremerhaven zu einem idealen Ort für dieses Treffen machen.

Auf der einen Seite ist Bremerhaven die Basis und der Standort für das international bekannte deutsche Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das durch seine mehr als 30jährige Erfahrung in der Polarforschung eines der qualifiziertesten Institute der Welt in diesem Bereich ist.

Auf der anderen Seite liegt direkt vor Bremerhavens Haustür eine der schönsten und einmaligsten Landschaften der Welt, die erst vor kurzem von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde: das Wattenmeer – ein ganz besonderes Gebiet mit einer weltweit einmaligen Flora und Fauna, die nun weiträumig geschützt ist.

Nun könnte man denken, dass dieser Schutz ein wirtschaftlicher oder touristischer Nachteil wäre. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die geschützten Gebiete im Wattenmeer haben sich zur Kinderstube für Fische und andere Meerestiere entwickelt, so dass die Fischerei von dem Schutzgebiet profitiert. Und Touristen kommen mehr als vorher, um sich mit entsprechendem Respekt die Schönheit dieser von der Unesco ausgezeichneten Landschaft anzusehen.

Ihr Ansinnen, meine Damen und Herren, wichtige Teile der Antarktis zu Meeresschutzgebieten zu erklären, ist deshalb ein wichtiger und richtiger Schritt, den ich nur von ganzem Herzen unterstützen kann.

Bremerhaven ist dabei eine Stadt, die sich aus ihrer traditionellen Verbindung zum Meer heraus zu einer Verfechterin des Naturschutzes entwickelt hat. So haben wir im Fischereihafen eine der größten europäischen Lebensmittelindustrien, die fast ausschließlich Produkte aus nachhaltiger Fischerei verwendet. Als eines der ersten deutschen Unternehmen hat eine Bremerhavener Firma den Co2-Fußabdruck eingeführt, damit Verbraucher beim Kauf des Produktes die Menge der entstandenen Emissionen nachvollziehen können.

Auf dem Energiesektor hat sich Bremerhaven mit dem Ausbau der Offshore-Windenergiebranche zu einem der größten Zentren dieser Industrie in Europa entwickelt. In den vergangenen zehn Jahren sind in diesem Bereich rund 4000 neue Jobs entstanden. Unter anderem von Bremerhaven aus, werden derzeit die ersten deutschen Offshore-Windparks in der Nordsee gebaut.

Auch auf dem Gebiet des Umweltschutzes in den Häfen sind Bremerhaven und das Land Bremen Vorreiter: die bremische Hafengesellschaft Bremenports wurde vor wenigen Tagen mit ihrem Projekt „Greenports“ für nachhaltige Hafenwirtschaft mit dem GRI-Zertifikat ausgezeichnet – der „Global Reporting Initiative“, der auch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen angehört. Damit ist der Hafen in Bremerhaven der erste deutsche Hafen überhaupt, der dieses Zertifikat erhalten hat.

Naturschutz ist und bleibt eines der wichtigsten, ja überlebens-wichtigsten Themen unserer Zeit. Das ist mit ein Grund, warum wir hier in Bremerhaven mit dem benachbarten Klimahaus eine Wissenschafts-Ausstellung und Attraktion geschaffen haben, die sich im Kernbereich mit dem Klimawandel, dessen Auswirkungen und dem Schutz der Umwelt beschäftigt. Auch die Polargebiete und damit die Forschungsarbeit des Alfred-Wegener-Instituts sind ein wesentlicher Teil dieser Ausstellung, die jährlich mehr als 600.000 Besucherinnen und Besucher zählt.

Das Interesse der Menschen am Schutz der natürlichen Ressourcen ist offensichtlich groß. Der Schutz der Polargebiete, die sich bisher den Auswirkungen der Industriegesellschaft und der Zivilisation größtenteils entziehen konnten, gehört mit Sicherheit dazu. Von daher haben Sie als Mitglieder dieser internationalen Kommission eine wichtige Aufgabe, die im Fokus der Weltöffentlichkeit steht.

Ich wünsche Ihnen für Ihr Treffen hier in Bremerhaven eine glückliche Hand bei den Entscheidungen und in unserer schönen Stadt zwei angenehme, interessante und bereichernde Tage.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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