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Oberbürgermeister Schulz: Kauf und Umbau des Hanse Carrés haben sich gelohnt

Kauf und Umbau des Hanse Carrés haben sich nach Ansicht von Oberbürgermeister Jörg Schulz für die Stadt Bremerhaven "wirtschaftsstrukturpolitisch gelohnt". Die Eröffnung des Einkaufszentrums habe die Innenstadt wesentlich belebt und für neue Investitionen wie die Ansiedlung von H & M gesorgt, unterstreicht der OB in einem Schreiben an den Bund der Steuerzahler (BdSt).

Schulz hält es daher für gerechtfertigt, dass die Stadt beim geplanten Verkauf des Hanse Carrés an ein niederländisches Unternehmen zwar die reinen Baukosten zurückbekomme, nicht aber den ursprünglichen Kaufpreis und den notwendigen Mehraufwand bei der Sanierung. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen des Steuerzahlerbunds hatte ihn um eine Stellungnahme zum Kauf und Weiterverkauf der Immobilie gebeten.

In seiner Antwort verweist der Oberbürgermeister darauf, dass die Schließung des 10 000 Quadratmeter großen Kaufhauses Horten Ende 1999 gravierende negative Folgen für die gesamte Fußgängerzone gehabt habe. Private Investoren seien durch die hohe Kaufpreisforderung des Immobilienbesitzers Metro abgeschreckt worden. Um die südliche Innenstadt wieder zu beleben, habe sich daher die Stadt nach vier Jahren Leerstand aus strukturpolitischen Gründen zum Kauf des Gebäudes entschlossen. "Dieses Ziel", so Schulz, "ist angesichts des Vermietungsgrades und der langfristig abgeschlossenen Verträge auch erreicht worden."

Die reinen Baukosten für das Hanse Carré liegen nach seinen Angaben bei rund 17 Millionen Euro netto. Hinzu kommen der Kaufpreis samt Nebenkosten und Grunderwerbssteuer von insgesamt acht Millionen Euro sowie die Kosten für Projektentwicklung und die Umsatzsteuer. Dass sich während des Umbaus Mehrausgaben herausgestellt hätten, lasse sich bei der Sanierung eines solchen Altbaus nie vermeiden.

Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass die Stadt Bremerhaven über ihre Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS (Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung) nicht auf Dauer ein Einkaufszentrum betreiben, sondern das Hanse Carré weiterverkaufen werde. Auf jeden Fall wirke es sich bereits durch deutlich höhere Kundenzahlen in der Innenstadt positiv aus, was auch der Einzelhandel bestätige. Das städtische Engagement habe letztlich dazu geführt, dass der Modemagnet H & M in die Fußgängerzone komme, das Columbus-Center eine "nachhaltig verbesserte" Vermietungssituation verzeichne und der Fischfeinkosthändler Abelmann den gläsernen Pavillon vor dem Hanse Carré eröffnet habe. Auch die möglichen Investitionsentscheidungen des Karstadt-Konzerns würden vom Erfolg des Hanse Carrés positiv beeinflusst. Insgesamt sei daher festzustellen, so Schulz, dass die Stadt Bremerhaven "wirtschaftsstrukturpolitisch sinnvoll" gehandelt habe.

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