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Oberbürgermeister Grantz: AKW Unterweser endgültig abschalten - nicht nur vorübergehend

Das Atomkraftwerk Unterweser vor den Toren Bremerhavens muss nach Ansicht von Oberbürgermeister Melf Grantz nicht nur vorübergehend, sondern so schnell wie möglich endgültig abgeschaltet werden. "Die dauerhafte Stilllegung ist für unsere Region die einzig denkbare Reaktion auf die verheerende Atomkatastrophe in Japan", fordert Grantz. "Der Reaktor von Esenshamm darf keine Zukunft mehr haben."

Die Entscheidung der schwarzgelben Bundesregierung, das AKW Unterweser gemeinsam mit sechs weiteren Altreaktoren für drei Monate vom Netz nehmen, reicht für Grantz bei weitem nicht aus. Der OB: „Bis vor wenigen Tagen hat Bundeskanzlerin Merkel behauptet, die Atomkraft sei sicher und unverzichtbar. Dabei hat der Super-GAU von Fukushima die Gefahren dieser Technologie in erschreckender Weise deutlich gemacht.“ Leider habe 25 Jahre nach Tschernobyl erst eine weitere Katastrophe geschehen müssen, bis die Einsicht wachse, dass die Anti-Atom-Proteste berechtigt gewesen seien. Grantz hatte am Montagabend gemeinsam mit rund 500 Bremerhavenern an einer Mahnwache vor der Großen Kirche teilgenommen.

Der Oberbürgermeister begrüßt, dass sich der Bremer Senat am Freitag im Bundesrat der Forderung Nordrhein-Westfalens nach einem sofortigen Ende der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke anschließen wird. Zu den Konsequenzen des Reaktorunglücks in Japan sollte nach Ansicht des Oberbürgermeisters aber auch gehören, den Ausbau der erneuerbaren Energien noch wesentlich stärker als bisher voranzutreiben. Grantz: „Für unsere Region bedeutet das: Unsere Zukunft liegt nicht im AKW Esenshamm, sondern in der Offshore-Windkraft.“ Mit dem Konzept einer Klimastadt sei Bremerhaven daher auf dem richtigen Weg. „Um nachhaltig zum Klimaschutz beizutragen“, so Grantz, „brauchen wir keine Atomkraft, die von der Energie-Lobby und der Regierung Merkel als sicher, umweltfreundlich und klimaschonend bejubelt wurde und in Wirklichkeit die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet.“

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