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Nein zum Einsatz von Kindersoldaten: Rote Hände als Zeichen des Protests

Fast 700 Mal haben die Abiturienten Hanna Miéville und Marleen Stempel in den vergangenen Monaten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler am Schulzentrum Geschwister Scholl um einen roten Abdruck ihrer Hände gebeten. Niemand schlug den ungewöhnlichen Wunsch aus. Denn die rote Hand ist das internationale Zeichen des Protests gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Am morgigen Freitag werden die beiden jungen Frauen Plakate mit den Abdrücken im Stadthaus 1 Oberbürgermeister Melf Grantz überreichen. Sie hatten sich für das fünfte Prüfungselement im letzten Schuljahr mit dem Thema Kindersoldaten, besonders im Kongo, auseinandergesetzt und ein zehnseitiges Expose erarbeitet. „Auch nach der Abgabe des Projekts wollen wir weiter auf diese Kinder mit verlorener Kindheit und ihre Situation aufmerksam machen“, sagt Hanna Miéville. Dazu dient die Aktion „Red Hand Day“, eine weltweite Initiative gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten.

Bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sammelten sie 660 rote Handabdrücke auf Plakaten, die zusätzlich von den Jugendlichen mit Forderungen angereichert wurden. „Zusammen“, so Marleen Stempel, „wollen wir damit ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten setzen.“ Die beiden Abiturienten baten jedoch nicht nur um die symbolischen Handabdrücke, sondern veranstalteten auch Aktionstage, organisierten Workshops zum Thema Kindersoldaten und luden Experten ein. Unterstützt wurden sie dabei von der swb-Bildungsinitiative.

Nachdem Oberbürgermeister Melf Grantz – damals noch als Jugendstadtrat – die Patenschaft für dieses Projekt übernommen hatte, erhält er jetzt die gesammelten roten Hände. Und auch er soll seinen Handabdruck als Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten geben. Grantz soll Plakate an andere Politikerinnen und Politiker weitergeben, etwa an den Magistrat und die Fraktionen.

Im Internet:
www.redhandday.org

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