Nachhaltig innovativ und als Oberzentrum gefordert: Demografiebericht 2013 mit aktueller Bremerhaven-Bilanz und zukünftigen Entwicklungspotenzialen

Bremerhaven hat nach Strukturkrisen und Einwohnerschwund die Trendwende geschafft. Zu diesem Ergebnis kommt der Demografiebericht 2013, den Oberbürgermeister Melf Grantz und Vertreter des Bremer Büros FORUM am heutigen Dienstag der Presse vorgestellt haben. Demnach ist die Seestadt durch ihre intensiven Aktivitäten im Bereich Wirtschaft, Tourismus und Wissenschaft gut für die Zukunft aufgestellt und wird ihre Position als Oberzentrum der Region weiter ausbauen können.

„Die Aussagen des Demografieberichtes 2013 zeigen deutlich, dass wir die Weichen für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt richtig gestellt haben und weiter richtig stellen werden“, sagte dazu OB Grantz. „Durch ein gutes Augenmaß für die nötige Stadtentwicklung werden wir für alle Altersgruppen in Bremerhaven ein attraktives Lebensumfeld haben. Dazu gehört die aktuelle Schaffung neuen Wohnraums durch neue Baugebiete, Eigentums- und Mietwohnungen ebenso wie der beständige Ausbau der Kinderbetreuung und des Schulwesens. Durch den Bau des Offshore-Terminals in der Weser und den weiteren Ausbau der Windenergieindustrie werden zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und weitere Neubürgerinnen und Neubürger nach Bremerhaven ziehen.“

Gleichzeitig würden durch die entwickelten Demografie-Leitlinien gezielt die Bedarfe einzelner Altersgruppen berücksichtigt und weiter verbessert. „Durch berufliche Perspektiven und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen wird es uns gelingen, mehr junge Menschen in Bremerhaven zu halten. Durch die gute öffentliche Infrastruktur sowie den Ausbau der Versorgungsangebote in den Stadtteilen, werden wir auch ältere Einwohner dazu gewinnen können. Insgesamt wird unsere Stadt als Oberzentrum noch mehr mit ihren Standortvorteilen wie niedrigen Lebenshaltungskosten, zukunftsorientierten Arbeitsplätzen, einem breiten Kultur- und Freizeitangebot und einer guten Lebensqualität punkten können“, betonte Grantz.

Das Büro FORUM hat für den Demografiebericht 2013 mehrere Monate unterschiedlichste Daten ausgewertet und Beteiligte in Schlüsselpositionen von Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft befragt und eingebunden. Das Ergebnis: Bremerhaven hat sich praktisch seit der Jahrtausendwende „neu erfunden“. Durch das Verfolgen gleich mehrerer Strategien konnte die Seestadt ihr Profil sowohl in der inneren als auch in der äußeren Wahrnehmung deutlich stärken. Dazu gehören der zielstrebige Aufbau der Windenergieindustrie mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze und auch der Bau der Havenwelten als attraktivem Tourismusgebiet mit bundesweiter Ausstrahlung.

Ebenso dazu beigetragen hat der Ausbau des Wissenschaftsstandortes mit der Hochschule Bremerhaven und etablierten Forschungseinrichtungen wie dem Alfred-Wegener-Institut für Meeres und Polarforschung (Awi) sowie dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Zudem sind bestehende Wirtschaftszweige wie die Lebensmittelindustrie gepflegt und weiter ausgebaut worden. Insgesamt wurden in Bremerhaven nach Auswertung durch FORUM in den Jahren zwischen 2005 und 2012 rund 7000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

„Das sind hervorragende Nachrichten für unsere Stadt. Die Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt und sowohl die privaten als auch die öffentlichen Investitionen tragen spürbar ihre Früchte“, sagte dazu Oberbürgermeister Melf Grantz. „Bremerhaven hat sich von einem der Sorgenkinder an der Nordseeküste zum viel beachteten Beispiel für den erfolgreichen Strukturwandel entwickelt. Dies wird nicht nur bundesweit, sondern auch international wahrgenommen, wie die vielen Besuche von ausländischen Wirtschaftsdelegationen zeigen.“

Als einen weiteren wichtigen Punkt für eine positive Bevölkerungsentwicklung wertet FORUM die Fortsetzung der erfolgreichen Anstrengungen, Bremerhaven zu einem attraktiven Wohnstandort zu machen. Neben den zahlreichen Neubauten rund um den Neuen Hafen seien auch viele Aktivitäten in den Stadtteilen zu verzeichnen - wie der Abriss von rund 2000 nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen und den Bau von Einfamilienhäusern und Spielplätzen, dem Umbau der Theodor-Storm-Schule in Lehe zum Haus für Arbeit, Familie und Kultur oder den Rückbau von so genannten Schrottimmobilien und gleichzeitigem Neubau von barrierefreien Wohnungen wie im Stadtteil Lehe. Auch städtische Aktivitäten wie der Ausbau der Kinderbetreuung würden dazu führen, das Bremerhaven ein attraktiver Standort für Neubürgerinnen und Neubürger werde.

Neben der Ansiedlung von Familien spricht sich der Demografiebericht 2013 dafür aus, besonders auch das Angebot für ältere Menschen vorzuhalten und weiter auszubauen, da die Generation 65+ ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor sei. Als wichtige Punkte benennt der Bericht unter anderem die Stärkung des Versorgungsangebotes in den Stadtteilen sowie altersgerechtes Wohnen und entsprechende Wohnungsmodernisierung.

Klaus-Martin Hesse, FORUM: „Aller Voraussicht nach wird auch in Bremerhaven künftig die Zahl der Kinder langsam abnehmen und der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung wachsen. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Landesamtes wird es im Jahr 2030 etwa 25 Prozent mehr Menschen im Alter von 80+ in der Stadt geben als heute. Gleichzeitig wird die Zahl der Kinder im Vorschulalter voraussichtlich um mehr als zehn Prozent zurückgehen.“

Durch die stärkere Bindung von jungen Menschen wie Schulabgängern oder Hochschulabsolventen an die Stadt könne es gelingen, den Anstieg des Altersdurchschnitts in Bremerhaven zu bremsen. Möglichkeiten hierfür lägen zum Beispiel in der weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und regionalen Betrieben sowie einer verstärkten Einbindung junger Menschen in zukünftige städtische oder andere Initiativen – wie beispielsweise dem Stadtjugendring oder dem Allgemeinen Studentenausschusses der Hochschule.

„Der Demografiebericht 2013 zeigt, dass Bremerhaven sich zu einem attraktiven Standort mit guter Wohnqualität und zukunftsorientiertem Arbeitsplatzangebot entwickelt hat“, fasste OB Grantz zusammen. „Mit der vorhandenen Struktur und ganz besonders durch die aktuellen sowie geplanten Entwicklungen, ist Bremerhaven auf dem Weg dahin, zum Anziehungspunkt für verschiedenste Altersschichten zu werden. Die Folgen des demografischen Wandels, der alle Städte in Deutschland betrifft, können dadurch schon im Vorfeld gelenkt und positiv verändert werden.“

Gleichzeitig müsse weiter daran gearbeitet werden, Bremerhaven zu einer noch attraktiveren Großstadt zu machen, die für jede Altersgruppe entsprechende Anreize und Angebote biete. „Wir müssen im Wettbewerb mit anderen Standorten weiter kreativ und innovativ sein. Dadurch wird es uns gelingen, sowohl junge als auch ältere Menschen nach Bremerhaven zu holen und unsere Stadtgemeinschaft interessant, lebendig und vielfältig auf dem Weg in eine gute gemeinsame Zukunft zu gestalten“, so Grantz abschließend.

Demografischer Wandel - Herausforderungen und Potenziale für die Seestadt Bremerhaven(PDF 1,2 MB)ReadSpeaker

Demografiebericht - Analyse und Perspektiven(PDF 1,6 MB)ReadSpeaker

Demografiebericht - Bremerhaven ergreift die Initiative! (Handlungsprogramm)(PDF 1,4 MB)ReadSpeaker

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