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Krankenhäuser sind sich einig: Gemeinsame Gesellschaft für geplantes Frauen-Kind-Zentrum

In einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) wollen die drei Bremerhavener Krankenhäuser künftig gemeinsam die medizinische Versorgung von Müttern und Kindern in der Seestadt verbessern. Die gGmbH soll das neue Frauen-Kind-Zentrum betreiben, das laut Landeskrankenhausplanung 2009 als zentrale Einrichtung am St. Joseph-Hospital gebaut wird. In einer Gemeinsamen Erklärung bekräftigen die drei Krankenhausträger ihren Kompromiss zur Neuordnung der Kliniklandschaft in der Seestadt, den sie vor zwei Jahren geschlossen haben.

Mit der Unterzeichnung ihrer Erklärung verbinden die führenden Repräsentanten des Klinikums Bremerhaven Reinkenheide, der Stiftung DRK-Krankenanstalten Wesermünde und des St. Joseph-Hospitals Bremerhaven die Erwartung, dass die Gesundheitssenatorin des Landes Bremen unverzüglich die Landesmittel von 10,9 Millionen Euro für den Aufbau des Frauen-Kind-Zentrums bereitstellt.

"Wir legen damit die Grundlage für eine zukunftsweisende Kooperation im Interesse der Patientinnen und Patienten und gehen davon aus, dass die Gesundheitssenatorin den Förderbescheid kurzfristig erteilen wird", betonen Stadtrat Melf Grantz als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Reinkenheide, Landrat Kai-Uwe Bielefeld als Verwaltungsratsvorsitzender der DRK-Krankenanstalten und Dechant Wigbert Schwarze als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des St. Joseph-Hospital.

Mit dem gemeinsamen Frauen-Kind-Zentrums am St. Joseph-Hospital sollen unwirtschaftliche Doppelstrukturen in den drei Krankenhäusern abgebaut und gleichzeitig die medizinischen Leistungen für Mütter und Kinder verbessert werden. Das Zentrum ist von 2009 an erforderlich, um bundesweite Behandlungsvorgaben für Risikogeburten zu erfüllen. Danach werden Risikoentbindungen nur in Geburtskliniken möglich sein, wenn sie gleichzeitig auch eine Perinatal- (Vorgeburts-)Versorgung sicherstellen.

Gleichzeitig sollen die Abteilung für Geburtshilfe am Klinikum Reinkenheide und die Neugeborenenstation des DRK-Krankenhauses am Bürgerpark an das St. Joseph-Hospital verlagert werden. Die dortige Geburtshilfe wird auf der Grundlage von etwa 1700 Geburten im Jahr 29 Betten sowie sechs Kreißsäle und Wehenzimmer umfassen. In der Neugeborenenstation sind 21 Betten geplant, von denen sechs für die Intensivbehandlung mit Beatmung der Säuglinge bereitstehen sollen.

Neben dem Frauen-Kind-Zentrum vereinbarten die drei Krankenhausträger weitere wichtige Eckpunkte für die zukunftsorientierte Ausgestaltung der Kliniklandschaft in Bremerhaven. Dazu zählt der Ausbau eines Brustzentrums an den beiden gynäkologischen Abteilungen des Klinikums Reinkenheide, das die Versorgung krebskranker Frauen in der Seestadt Region verbessern soll. Im DRK-Krankenhaus Am Bürgerpark wird die Kinderklinik aus den 60er Jahren mit 40 Betten saniert. Übereinstimmung erzielten das Klinikum Reinkenheide und die DRK-Krankenanstalten Wesermünde auch über die Verlegung der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie mit 15 Betten von Reinkenheide zum Krankenhaus am Bürgerpark. Dort soll dann auch die Versorgung kranker Kinder mit Fehlbildungen an Mund, Kiefer und Gesicht erheblich ausgebaut werden. Ausdrücklich bestätigt wurde die Position des Klinikums Reinkenheide als Zentrum für die Behandlung von Traumapatienten.

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