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Krankenhäuser einigen sich: Alles klar für neues Frauen-Kind-Zentrum

Das geplante Frauen-Kind-Zentrum am St. Joseph-Hospital ist unter Dach und Fach. Nach langwierigen Verhandlungen haben die drei Bremerhavener Krankenhäuser in einem Kooperationsvertrag die Neuordnung der Krankenhauslandschaft in der Seestadt besiegelt. Zu dem Beschlusspaket gehören außerdem der Ausbau eines Brustzentrums am Klinikum Bremerhaven Reinkenheide und die Sanierung der Kinderklinik im DRK-Krankenhaus Am Bürgerpark.

Mit der Einigung kann das gemeinsame Konzept umgesetzt werden, das die medizinische Versorgung von Müttern und Kindern verbessern und unwirtschaftliche Doppelstrukturen abbauen soll. Gesamtkosten: 17,1 Millionen Euro, die nach dem Bremischen Krankenhausgesetz aus öffentlichen Mitteln lockergemacht werden. Davon übernimmt das Land Bremen 10,9 Millionen Euro für das Frauen-Kind-Zentrum, die Stadt Bremerhaven zahlt den Rest.

Die Eckpunkte der Strukturreform im Einzelnen:

  • Am St. Joseph-Hospital wird das Frauen-Kind-Zentrum eingerichtet, mit dem die Seestadt bundeseinheitliche Behandlungsvorgaben erfüllen will. Danach müssen Geburtskliniken künftig eine besondere Versorgung von Risikogeburten sicherstellen.
  • Am Brustzentrum des Klinikums Bremerhaven Reinkenheide werden Leistungen der Gynäkologie zusammengefasst, um die medizinische Betreuung krebskranker Frauen in der Unterweserregion zu verbessern.
  • Im DRK-Krankenhaus wird die Kinderklinik aus den 60er Jahren mit 40 Betten saniert und damit das Versorgungsangebot in der Pädiatrie (Kindermedizin) ausgebaut.

Mit dieser umfangreichen Planung werde die Bedeutung Bremerhavens als Krankenhausstandort für die gesamte Region gestärkt, bekräftigt Gesundheitsdezernentin Brigitte Lückert. Das hochmoderne Frauen-Kind-Zentrum sei dabei ein tragendes Element. „Endlich ist es geschafft", freut sich die Stadträtin. Immerhin dauerte es drei Jahre, bis das Projekt in trockenen Tüchern war: Die Träger des Klinikums Reinkenheide, der DRK-Krankenanstalten Wesermünde und des St. Joseph-Hospitals hatten bereits im April 2006 grundsätzlich beschlossen, die gemeinsame Strukturreform auf den Weg zu bringen.

Seither, so Stadträtin Lückert, mussten noch „vielfältige inhaltliche, bauplanerische und finanzielle Bedingungen" geklärt werden - sowohl in Verhandlungen mit dem Gesundheitsressort des Bremer Senats als auch unter den drei Krankenhausträgern selbst. Umso zufriedener zeigt sich die Dezernentin, dass die Verhandlungen trotz zeitweise kontroversen Verlaufs zum Erfolg geführt hätten: „Es ist ja völlig neu, dass sich Krankenhäuser drei unterschiedlicher Träger zu einer Strukturreform zusammentun."

Mit der Einweihung des Frauen-Kind-Zentrums am St. Joseph-Hospital ist allerdings erst frühestens 2011 zu rechnen. Der Grund: Nach der Ausschreibung der Planungsleistungen, die für Investitionen in dieser Größenordnung vorgeschrieben ist, dauern die Bauarbeiten rund eineinhalb Jahre. Um die zentrale Geburtshilfe-Versorgung so schnell wie möglich zu gewährleisten, wird daher noch im Herbst dieses Jahres vorübergehend eine vorläufige Säuglingsintensivstation im St. Joseph-Hospital eingerichtet und von der DRK-Klinik Am Bürgerpark betrieben.

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