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Knackig kalt und strahlender Sonnenschein: Schöner klarer Wintertag treibt die Menschen an die frische Luft

Die Eisschollen im Hafenbecken des Kaiserhafen III treiben schon leicht übereinander. Auch wenn der Schnee sich rar gemacht hat, der Winter ist noch da. Eiseskälte in Bremerhaven. Dennoch treibt es viele Seestädter nach draußen, denn die Sonne lacht in ihren herrlichsten Strahlen über den kalten Hauch, und die Luft ist wunderbar frisch.

Die Zulaufschächte an den Kaimauern sehen ein wenig wie Tore zu einer verwunschenen Welt aus, das Wasser ruht scheinbar starr. Eine trügerische Eisdecke liegt auf dem gestauten Wasser zwischen Autokai und alter Bananenpier. Das Eis ist eben stark genug, um Möwen zu tragen und die Wellen am Tanzen zu hindern. Am Alten und Neuen Hafen erfreuen sich zahlreiche Spaziergänger an der glasig weißen Pracht auf dem Wasser. Segeljachten an der „IM Jaich Marina" ebenso wie Museumschiffe weiter südlich liegen ganz fest verpackt inmitten des Eistellers. Wasservögel erfreuen sich an spendablen Brotgebern, während die Sonne an den fast erfrorenen Nasenspitzen kitzelt.

Im Bürgerpark wirkt alles wie aus einem Wintermärchen. Passanten bewegen sich respektvoll auf recht glatten Pfaden. Kaum nähert man sich den zugefrorenen Wasserflächen, bewegt sich einem ein Tross Enten entgegen, erwartungsvoll und fordernd die mitgeführten Taschen begutachtend.

Der Holzhafen liegt brach und still, während die dick eingemummelten Flaneure ihre steten Kreise um ihn ziehen. Wäre es nicht so frostig, man könnte ein wenig an einem Fleck verweilen, Luft und Licht einsaugen.

Am Bootsteich in Speckenbüttel herrscht ein reges Treiben, viele Menschen treibt es in den Park. Zwei ältere Damen zwinkern in die Sonne, während einige Wagemutige ihre schnellen Bahnen auf ihren Kufen über die Eisfläche ziehen. Versuche, den Teich mit dem Fahrrad zu überqueren, werden abgebrochen. Kinder toben und johlen, unter den Argusaugen ihrer Großeltern, in den ufernahen Regionen über das blanke Eis. Besonders Abgehärtete nutzen die Parkbänke für ein Sonnenbad. So schön ist das lächelnde Gesicht des Winters im Januar 2010 in der Seestadt, und so mancher Bremerhavener lächelt mit zugekniffenen Augen zurück.   Marco Butzkus

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