Klimawandel, Windenergie und Forschungshochburg - Bundespräsident Gauck erlebt Bremerhaven als facettenreiche Stadt in Aufbruchsstimmung

Auf seinem eintägigen Antrittsbesuch im Bundesland Bremen war Bundespräsident Joachim Gauck gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt heute Vormittag zu Gast in der Seestadt Bremerhaven. Neben einer Besichtigung des Klimahauses stand auch ein Besuch bei der Firma Weserwind als Produktionsstätte für Fundamente in der Offshore-Windenergiebranche auf dem Programm. Außerdem traf sich der Bundespräsident mit Vertretern des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts sowie zu Gesprächen mit Firmen aus der Offshore-Windenergieproduktion.

Begrüßt wurde der Bundespräsident am frühen Vormittag bei der Ankunft in den Bremerhavener Havenwelten vom Präsidenten des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Bürgermeister Jens Böhrnsen, dem Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz sowie Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken. Beim anschließenden Gang durch das Klimahaus informierte sich Joachim Gauck über die Inhalte der Wissenschaftsausstellung sowie bei der Direktorin des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Professor. Dr. Karin Lochte, über die Forschungsarbeit des Instituts und die Kooperationen mit dem Klimahaus.

Beim anschließenden Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Bremerhaven betonte der Bundespräsident, das der sichtbare Strukturwandel Bremerhavens in der Wirtschaft, in der Wissenschaft und im Tourismus nach der Fischerei- und Werftenkrise bemerkenswert sei. „Ich bin voller Respekt, dass man sich hier nicht entmutigen lassen hat, sondern nach neuen Anfängen sucht“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck. Zuvor hatte der Bremerhavener Oberbürgermeister Melf Grantz in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung Bremerhavens als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort speziell in der Windenergieindustrie und der Klimaforschung hingewiesen. Bremerhaven, so Grantz, habe durch den Ausbau der Windenergiebranche bundesweit und auch international auf sich aufmerksam gemacht. „Von dieser positiven Entwicklung profitiert auch Deutschland im Zuge der Energiewende und dies muss auf Bundesebene entsprechend gefördert und unterstützt werden“, betonte Oberbürgermeister Melf Grantz.

Als Schirmherr der Sail 2015 erhielt Joachim Gauck als Gastgeschenk eine hochwertige Kapitänstasse mit dem Abbild der Dreimastbark Gorch Fock, dem Flaggschiff des internationalen Windjammer-Festivals. Außerdem überreichte OB Grantz dem Bundespräsidenten das erste Klimaschutzzertifikat der Stadt Bremerhaven, mit dem als Ausgleich für CO2-Emissionen ein Stück Moorland erworben werden kann. Das Zertifikat wurde gemeinsam mit Umweltschutzverbänden im Zuge des Projektes „Klimastadt Bremerhaven“ entwickelt. Die Lebensgefährtin des Bundespräsidentin, Daniela Schadt, erhielt ein exklusives Seidentuch mit Bremerhaven-Schriftzug als Erinnerung an den Besuch in der Seestadt.

Beeindruckt zeigte sich Bundespräsident Gauck beim Besuch der Firma Weserwind, die Fundamente für Offshore-Windräder herstellt. Die rund 700 Tonnen schweren, dreibeinigen Stahlfundamente werden im Fischereihafen hergestellt und von Bremerhaven aus mit Spezialschiffen auf die Nordsee gebracht, wo sie als Halterung für Offshore-Windräder im Meeresboden verankert werden . „Die Energiewende ist längst nicht geschafft. Es braucht noch viel Kreativität und Einsatz, um die entstehenden Kosten zu schultern“, sagte Joachim Gauck. Wie das Thema Windkraft in Bremerhaven bewegt werde, sei etwas ganz Besonderes.

Von Bremerhaven aus führt der Antrittsbesuch des Bundespräsidenten nach Bremen. Hier trägt sich Joachim Gauck ebenfalls in das Goldene Buch ein. Neben einem Besuch Stadtteil Tenever stehen dort Gespräche mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie ein abschließender Bürgerempfang am Abend im Bremer Rathaus auf dem Programm.

Für diesen Artikel wurden folgende Schlagworte vergeben