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"Kaje der Auswanderung" am Neuen Hafen: Stadt vergibt Grundstück für Hotel-Neubau

Das Ostufer des Neuen Hafens zwischen einstigem Seeamt und Lloydplatz soll zu einer touristisch attraktiven "Kaje der Auswanderung" ausgebaut werden. Zu dem Konzept gehört neben dem Deutschen Auswandererhaus (DAH) und dessen geplantem Erweiterungsbau auch ein Hotel zum Thema Auswanderung samt Wohn- und Geschäftshaus. Ein Auswahlgremium des Magistrats erteilte jetzt den Zuschlag für den Hotelbau auf dem städtischen Grundstück nördlich des Auswandererhauses.

Die 4000 Quadratmeter große Fläche zwischen DAH und Lloydplatz, die derzeit als Parkplatz genutzt wird, ist eines der letzten freien Filetstücke am Neuen Hafen. Um den Kauf und die Bebauung mit einem Hotel hatten sich zwei Interessenten beworben, von denen die „Kaje der Auswanderung Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG" bei der Vergabe das Rennen machte. Das Unternehmen um zwei der Gesellschafter des Auswandererhauses, den Architekten Andreas Heller und den Geschäftsführer Bernhard Jacobsohn, will das Hotel der Drei-Sterne-Plus-Kategorie mit Tiefgarage sowie das Wohn- und Geschäftshaus bauen. Als Partner mit im Boot: das DAH und die PRIMUS developments GmbH.

Namen und Größe der beiden Neubauten stehen bereits weitgehend fest: Das „Hotel New York" umfasst voraussichtlich 141 Doppelzimmer (zum Teil mit Balkon), die Parkgarage bis zu 120 Stellplätze, der Wohnungs- und Geschäftskomplex namens „Good Times" etwa elf Läden und ein Café im Erdgeschoss. Baukosten: insgesamt rund 17,9 Millionen Euro.

Der städtischen Kommission fiel die Wahl zwischen den Konzepten für das freie Grundstück „sichtlich schwer", so Oberbürgermeister Jörg Schulz als Vorsitzender. „Beide Planungen überzeugten durch eine hohe Qualität und wären gleichermaßen dazu angetan, das Gebiet auf der Ostseite des Neuen Hafens auszubauen und noch attraktiver zu machen", fasst der OB die Bewertungen zusammen. Dem Gremium gehörten außerdem Bürgermeister Michael Teiser, die Stadträte Volker Holm und Peter Pletz, die Fraktionsvorsitzenden Klaus Rosche (SPD) und Paul Bödeker (CDU) sowie Vertreter der Stadtplanung, der Wirtschaftsförderung und der Architektenkammer Bremen an. Die endgültige Entscheidung über den Grundstücksverkauf muss die Stadtverordnetenversammlung treffen.

Mit der Kaje der Auswanderung wollen die Projektentwickler an die Geschichte des Neuen Hafens anknüpfen und ein „komplexes, touristisch orientiertes Quartier" mit dem Schwerpunkt Auswanderung schaffen. Eine solche touristische Marke, so heißt es in dem Konzept, könne national und international vermarktet werden, die Strahlkraft des DAH weiter verstärken und dem Gebiet eine unverwechselbare Identität geben. Dafür sollen auch maritime Großexponate zu diesem Thema sorgen, die im Außenbereich aufgestellt werden. Zu den Bausteinen der Kaje zählt zudem das denkmalgeschützte ehemalige Seeamt, das für die Bibliothek und Forschungsarbeit des Auswandererhauses genutzt und derzeit von der Städtische Wohnungsgesellschaft (Stäwog) restauriert wird.

Als mögliche Betreiber für das Hotel New York haben laut Projektentwicklungsgesellschaft drei internationale Unternehmen ihr Interesse bekundet. Die Ausrichtung des Drei-Sterne-Plus-Hauses zielt auf Einzel- und Gruppentouristen aus aller Welt, auf die Bremerhaven mit den Havenwelten und dem Deutschen Auswandererhaus immer größere Anziehungskraft ausübe. Bei der Entwicklung und Ausstattung ist eine enge Zusammenarbeit des Hotels mit der Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, Dr. Simone Eick, vorgesehen. Wegen des vielfältigen Gastronomieangebots in den Havenwelten soll das Haus ein Hotel garni, also ein reines Frühstückshotel, werden. Auch auf einen Konferenzbereich wird angesichts der ausreichenden Tagungsmöglichkeiten im Auswandererhaus und Conference Center verzichtet.

Als programmatisch wollen die Projektentwickler den Namen des Wohn- und Geschäftshauses verstanden wissen, das die Kaje der Auswanderung zum Lloydplatz abschließt: „Good Times" stehe für die gute alte Zeit, für die Sehnsüchte der Auswanderer und für die Tradition, die im historischen Hafenrevier Bremerhavens bewahrt werde.

Im Erdgeschoss des Neubaus sind dazu passende Läden geplant, etwa ein Western-Shop oder kleine Handwerksbetriebe zum Anfassen. „Als Krönung gewissermaßen" verheißt das Konzept einen Shop, der die Erinnerung an den Norddeutschen Lloyd wach hält - mit Werbemitteln, Büchern, Plakaten, Bildern und Geschenkartikeln der einst weltberühmten Reederei.

 

  • Kontakt: Kaje der Auswanderung Projektentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, Columbusstraße 65, 27568 Bremerhaven, Tel. 0471/902200

 

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