Interview mit dem Präsidenten der Tanzsportgemeinschaft Bremerhaven (TSG): Horst Beer

Das große Geheimnis um die neue Choreografie der A-Formation Latein bei der Deutschen Meisterschaft 2017

Er war Weltmeister und achtmal in Folge deutscher Meister der Amateure im Tanzsport, gewann als Trainer mit seinem Team der TSG Bremerhaven über 44 Titel bei Meisterschaften und betreut jetzt die Elite des deutschen Tanzsports. Nach zehn Jahren Pause nimmt er erstmals wieder als Trainer und Choreograf des A-Teams an der Deutschen Meisterschaft der Formationen-Latein in Bremen teil: Horst Beer bewegt sich auf nationalem und internationalem Parkett

Mit seiner damaligen Tanzpartnerin und jetzigen Ehefrau Andrea Beer, geb. Lankenau, gewann er ab 1981 sechsmal in Folge die deutsche Einzelmeisterschaft in den lateinamerikanischenTänzen. 1985 gewann der Bremerhavener die Tanzsportweltmeisterschaft (Latein) der Amateure und seit 2011 ist Beer Bundestrainer Latein des Deutschen Tanzsportverbandes. Die Zeit, als er selbst noch aktiven Tanzsport betrieb, war schon überaus erfolgreich, doch die Zeit des Trainers wurde für ihn und das Team eine Zeit der Titel. Mit seinem damaligen A-Team konnte er 14 Weltmeister-, 11 Europameistertitel und 20 Deutsche-Meister-Titel erzielen.

Wofür Horst Beer aber bekannt ist, dass er national wie auch international als erfolgreicher Choreograf tätig ist. So wird er die Mannschaft aus Russland mit einer Standard-Choreografie am 25.11. zur Weltmeisterschaft begleiten. Seine aktuellste Choreografie jedoch wurde speziell für die A-Formation des TSG Bremerhavens konfiguriert, die nach einer fünfjährigen Auszeit erstmals wieder an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen wird.

Frage: Herr Beer, wie fühlt es sich an, nach zehn Jahren Pause als Choreograf der Latein A-Formation an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen?

Es ist toll und etwas ganz Besonderes für mich, für dieses tolle Team die Choreografie erstellen zu dürfen. Zum einen kenne ich die Tänzerinnen und Tänzer persönlich und zum anderen tanzt meine Tochter Vanessa selbst in der Mannschaft, was mich natürlich sehr stolz macht. Mittlerweile habe ich über 100 Choreografien gemacht und nach einer längeren Auszeit bin ich hoch motiviert und voller Ideen an die Sache herangegangen.

Frage: Am 01.11. findet in der Stadthalle die Premieren-Gala statt. Worauf können sich die Fans freuen?

Die Zuschauer können sich auf eine sehr besondere Choreografie und Musik freuen, denn sie wird sehr außergewöhnlich sein. Es wird ein großes Geheimnis gemacht, aber so viel kann ich schon verraten: Es handelt sich bei der Musik um lateinamerikanische Musik mit einem sehr modernen Sound. Sie entstand aus einem Film von 1999 und eigentlich wundert es mich, warum bisher noch keiner auf die Idee gekommen ist, sie zu verwenden. Selbst die Konkurrenz ist schon sehr gespannt und das liegt wohl daran, dass meine Choreografien immer wieder für Überraschungseffekte gesorgt haben. Gemeinsam mit den beiden Trainern Dirk Buchmann und Oliver Molthan habe ich diese Herausforderung angenommen und umgesetzt.

Frage: Was erhoffen Sie sich von der anstehenden Deutschen Meisterschaft in Bremen?

Mit großer Spannung erwarte ich natürlich die Resonanz des Wertungsgerichts sowie des Publikums auf die Choreografie und die Musik, die sich doch weit vom Mainstream abhebt. Mir ist bewusst, dass beides sehr polarisierend ist, doch das ist so gewollt.

Frage: Sie sind Bundestrainer Latein des Deutschen Tanzsportverbandes, Präsident, Trainer und Choreograf des TSG Bremerhavens. Das sind ziemlich zeitintensive Funktionen. Hat man da noch Zeit für Hobbies?

Ich hatte das große Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu dürfen und den mache ich mit voller Leidenschaft. Unsere Tanzschule in Bremerhaven ist seit 60 Jahren ein Familienunternehmen, das meine Frau und ich seit 1992 leiten. Mittlerweile arbeiten auch meine Tochter Vanessa und mein Sohn Moritz in der Tanzschule. Vanessa hat ihre Ausbildung als Tanzlehrerin bereits abgeschlossen und mein Sohn Moritz, der die Weltmeisterschaft der Junioren im Hiphop gewann, ist im dritten Ausbildungsjahr. So kann die ganze Familie viel Zeit miteinander verbringen und gleichzeitig die Freude an dem Tanzen teilen – also rundum perfekt. Wozu braucht man da noch Hobbies?

Die Premien-Gala findet am Mittwoch, 01.11.2017, 20:30 Uhr in der Stadthalle Bremerhaven statt. Anja Müdeking