Helgolandlinie wird wiederbelebt: Seebäderschiff "Fair Lady" soll ab Mai zur roten Felseninsel fahren

Bremerhaven bekommt nach vierjähriger Pause wieder eine Helgoland-Fähre. Bereits zum 11. Mai will die Cuxhavener Reederei Cassen Eils mit ihrem Fahrgastschiff "Fair Lady" die Verbindung von der Seebäderkaje zur roten Felseninsel in der Nordsee aufnehmen. Die Verhandlungen der Stadt mit dem Unternehmen sollen so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden. Neben Cassen Eils hat sich auch die Sylter Reederei Adler für den Helgolandverkehr beworben.

Wegen des überzeugenderen Konzepts soll die Reederei der „Fair Lady“ den Zuschlag erhalten. Der Magistrat wird am kommenden Mittwoch die städtische Entwicklungsgesellschaft BEAN (Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter-/Neuer Hafen) beauftragen, die laufenden Gespräche mit Cassen Eils abzuschließen. Über das Ergebnis muss der Magistrat dann endgültig befinden. Das vereinbarten Oberbürgermeister Melf Grantz und Bürgermeister Michael Teiser heute (Freitag) mit den Mehrheitsparteien SPD und CDU in der koalitionspolitischen Abstimmung.

Nachdem 2007 zum letzten Mal ein Helgoland-Dampfer von Bremerhaven aus Kurs auf die einzige deutsche Hochseeinsel genommen hatte, herrschte am Liegeplatz vor der Strandhalle vier Jahre lang Flaute. Umso erfreulicher sei es, dass Ende 2010 gleich zwei Reedereien ihr Interesse an der Schiffsverbindung bekundet hätten, stellt Grantz in seiner Vorlage für den Magistrat fest. Der Oberbürgermeister: „Das ist sicherlich ein Erfolg der positiven touristischen Entwicklung und der damit verbundenen stetig steigenden Besucherzahlen.“

Als Konkurrent von Cassen Eils bewarb sich die Adler-Reederei mit der 68 Meter langen „Baltica Nordica“ (ehemals „Kloar Kimming“), die mit der „Fair Lady“ fast baugleich ist, für die Route. Das Konzept des Cuxhavener Unternehmens erscheint dem Magistrat jedoch vielversprechender, da es von den Helgoländer Kaufleuten und der Gemeinde unterstützt wird. Die „Fair Lady“ hat Platz für bis zu 799 Passagiere und ist 18 Knoten schnell.

Beide Reedereien gingen bei ihren Anträgen davon aus, dass die Stadt den Liegeplatz – wie bereits in der Vergangenheit – zum Nulltarif bereitstellt. In den Verhandlungen mit beiden Unternehmen pochte die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS jedoch darauf, dass künftig eine Liegeplatzgebühr für die Helgoland-Fähre gezahlt werden muss. Die soll allerdings in diesem Jahr entfallen, da die BEAN als Grundeigentümerin der Seebäderkaje zunächst noch ein Konzept für eine Gebührenordnung präsentieren muss.

Von der Wiederbelebung der Verbindung zum roten Felsen verspricht sich die Stadt eine zusätzliche Attraktion, die sich positiv auf den Besuch der Havenwelten niederschlagen soll. OB Grantz: „Sinn einer Helgolandlinie kann es natürlich nicht sein, dass die Fahrgäste mit dem eigenen Auto oder dem Bus anreisen, aufs Schiff steigen, Helgoland besuchen und nach der Rückkehr sofort wieder abreisen. Sie sollen vorher oder nachher auch die Havenwelten mit ihren touristischen Highlights besuchen.“ Um die Passagiere in der Stadt zu halten, wird der Magistrat die BIS Bremerhaven-Touristik beauftragen, gemeinsam mit der Reederei ein Marketingkonzept zu entwickeln. Zudem soll die städtische Parkgesellschaft Stäpark ein Parkraumkonzept für den Helgolandverkehr ausarbeiten.

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