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Grantz zuversichtlich: Arbeitsmarkt wegen der guten Wirtschaftslage leicht entspannt

Positive Aussichten für den Arbeitsmarkt: Stadtrat Melf Grantz ist zuversichtlich, dass sich die Situation bei den Jobs wegen der günstigen Konjunkturentwicklung bis Jahresende leicht entspannen wird. Mit einiger Verzögerung wirke sich die gute Wirtschaftslage auch in der Seestadt aus, stellt der zuständige Dezernent in einer "Analyse des Bremerhavener Arbeitsmarkts 2010" fest.

In dem Bericht, den er heute (Mittwoch) dem Magistrat vorlegte, verspricht sich Grantz vom Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Belebung auf dem Arbeitsmarkt. In den vergangenen Monaten hatte sich Bremerhaven allerdings noch vom bundesweiten Rückgang der Arbeitslosenzahlen abgekoppelt. Entgegen dem positiven Trend stieg die Quote in der Seestadt Ende August auf 17,0 Prozent. Ein Jahr zuvor war sie bereits auf 15,5 Prozent gesunken - vor allem durch die Kurzarbeit, mit der zahlreiche Betriebe Entlassungen vermeiden konnten. Dieser Effekt hat sich inzwischen abgeschwächt.

Positiv wertet Grantz, dass sich derzeit sowohl in den Betrieben als auch in Zeitarbeitsfirmen die Nachfrage nach Facharbeitern verstärkt. Von dieser Entwicklung profitieren besonders Erwerbslose, die das Arbeitslosengeld I erhalten. Diese Gruppe macht allerdings nur rund 15 Prozent der rund 9400 Jobsuchenden in der Seestadt aus. Der größte Teil von ihnen gehört zu den Langzeitarbeitslosen und bezieht das Arbeitslosengeld II, also Hartz IV.

Durch die erfolgreiche Arbeit der ARGE Job-Center Bremerhaven, so Grantz, konnten viele Hartz-IV-Empfänger in den Ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Dennoch bleibt ein Sockel von Langzeitarbeitslosen, die ohne Qualifizierung und Job-Training nur schwer einen Job finden könnten. Allein mehr als 5200 der rund 7900 Beziehern von Hartz IV sind ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch künftig, so der Stadtrat, sollen daher die Anstrengungen weitergeführt werden, diese Klientel mit dem Prinzip des „Förderns und Forderns" wieder ins Arbeitsleben einzugliedern.

Grantz: „Dabei wird das Modellprojekt der gemeinnützigen Bürgerarbeit, das Anfang 2011 in die entscheidende Phase geht, eine wichtige Rolle spielen." Für die Bürgerarbeit kommen rund 4500 Hartz-IV-Empfänger in Frage, die mehr als zwei Jahre ohne Job sind. 600 von ihnen werden bis Anfang nächsten Jahres qualifiziert. Bis dahin sollen sich zehn Prozent als tauglich für einen Job erweisen. Nach Ende der sechsmonatigen „Aktivierungsphase" wechseln 210 Langzeitarbeitslose, bei denen eine Vermittlung in den Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit nicht denkbar erscheint, in das Modellvorhaben und leisten Bürgerarbeit. Für „ausgesprochen kontraproduktiv" hält es der Stadtrat allerdings, dass der Bund die Mittel für die Fortbildung und Integration von Erwerbslosen gekappt hat. Grantz: „Die Leistungskürzungen durch die schwarzgelbe Bundesregierung geht zu Lasten der Kommune und der Jobsuchenden und gefährdet unsere Qualifizierungsprojekte."

In seinem Arbeitsmarktbericht macht er sich für eine enge Verzahnung von Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik stark, um gemeinsam „den erschwerten lokalen Herausforderungen entgegentreten zu können". Eine solche Abstimmung sei etwa notwendig, um einen Teil der insgesamt 2027 alleinerziehenden Langzeitarbeitslosen durch eine passende Kinderbetreuung zu entlasten und fit fürs Berufsleben zu machen.

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