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Grantz und Günthner schlagen van Betteray als Vermittler vor

Oberbürgermeister Melf Grantz und Wirtschaftssenator Martin Günthner haben den Gesellschaftern, der Geschäftsführung und dem Betriebsrat der Lloyd Werft vorgeschlagen, dass der als erfolgreicher Insolvenzverwalter bekannt gewordene Wolfgang van Betteray die vor einer Woche verabredete Verhandlungskommission leiten soll. Gesellschafter und Betriebsrat begrüßen den Vorschlag ausdrücklich. In dieser Kommission sollen die Konflikte zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft beigelegt werden. "Wir sind Wolfgang van Betteray sehr dankbar, dass er diese Aufgabe übernimmt", erklären Grantz und Günthner, die sich heute mit van Betteray in Bremerhaven getroffen haben

Als Insolvenzverwalter sicherte Wolfgang van Betteray nach dem Zusammenbruch des Bremer Vulkans das Überleben der Lloyd Werft und des Schiffbaustandorts Bremerhaven. „Er ist ein ausgezeichneter Kenner der Werft und ihrer Potentiale und deshalb aus unserer Sicht hervorragend geeignet, gemeinsam mit allen Beteiligten eine tragfähige Lösung zu erarbeiten“, so Grantz und Günthner. Der Oberbürgermeister macht deutlich, dass sowohl Wirtschaftssenator Martin Günthner als auch er selbst das Verfahren aktiv begleiten werden.

Bei einem Gespräch zwischen dem Bremerhavener Oberbürgermeister, Wirtschaftssenator Martin Günthner und dem Gesellschafter der Lloyd Werft, Dieter Petram, vor einer Woche (21. September 2012) war vereinbart worden, dass angesichts der angespannten wirtschaftlich schwierigen Situation in der Schifffahrt es dringend erforderlich sei, zwischen den Gesellschaftern, der Geschäftsführung und den Arbeitnehmern Einvernehmen über die Zukunft der Werft herzustellen. Dabei wurde sowohl von Grantz als auch von Günthner darauf hingewiesen, dass nur unter dieser Voraussetzung auch die Dockfrage positiv gelöst werden könne. Ein neues vergrößertes Dock wird vom Gesellschafter und der Geschäftsführung der Werft für nötig erachtet, um dem Unternehmen eine bessere wirtschaftliche Perspektive zu bieten. Dafür möchte das Unternehmen die Unterstützung der Freien Hansestadt Bremen. In dem Gespräch war auch vereinbart worden, dass auf der Grundlage der dort getroffenen Verabredungen eine Verhandlungskommission einberufen werden soll, die die zwischen Gesellschafter, Geschäftsführung und Belegschaft strittigen Fragen einvernehmlich löst.

Hintergrund:

„Der Düsseldorfer Wirtschaftsanwalt ist Spezialist für Firmenkrisen“, so charakterisierte das Manager-Magazin Wolfgang van Betteray, der nun als Vermittler zwischen Gesellschafter und Geschäftsführung der Lloyd Werft auf der einen Seite und dem Betriebsrat und der Belegschaft auf der anderen Seite von Oberbürgermeister Melf Grantz und Wirtschaftssenator Martin Günthner berufen wurde.

Der 1947 geborene Diplom-Kaufmann und Steuerberater wurde 1999 mit der Verdienstmedaille der Stadt Bremerhaven ausgezeichnet. „Als Insolvenzverwalter über die zum Bremer Vulkan gehörenden Bremerhavener Schiffbaubetriebe konnte er eine bedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen im Bremerhavener Schiffbau erhalten. Während des Insolvenzverfahrens hat er im Rahmen seiner Pflichten stets auch die Interessen der Stadt Bremerhaven beachtet und sich zum Wohle der Stadt beachtlich engagiert.“ (Aus der Begründung zur Verleihung der Verdienstmedaille)

Beim Zusammenbruch des Bremer Werftenverbunds wurde die Lloyd Werft 1996 als damalige Vulkan-Tochter in den Strudel mitgerissen. Die Lloyd Werft musste Vergleich anmelden, und es ließ sich nicht vermeiden, dass eine größere Zahl von Arbeitsplätzen abgebaut wurde. Als Insolvenzverwalter und dann als Vorsitzender des Aufsichtsrats hat Wolfgang van Betteray die Werft genau kennengelernt und wesentlich zu ihrem Fortbestand beigetragen.

 

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