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Grantz für sachliche Debatte um Sperrwerk: Hochwasserschutz hat Vorrang vor Einzelinteressen

Oberbürgermeister Melf Grantz hat sich für eine sachliche Debatte um den Standort des neuen Sturmflutsperrwerks an der Geeste ausgesprochen. "Das geplante Projekt ist für Bremerhaven überlebenswichtig", sagt Grantz, der im Magistrat für den Katastrophenschutz zuständig ist. "Deshalb darf es jetzt nicht zerredet werden. Die Sicherheit der Stadt und ihrer Menschen hat grundsätzlich Vorrang vor den Interessen einzelner Bürger."

Obwohl bisher lediglich Vorschlagsvarianten der Hafengesellschaft bremenports auf dem Tisch lägen, so der Oberbürgermeister, formiere sich bereits Protest gegen einen möglichen Sperrwerksbau vor dem alten Geestevorhafen und die damit verbundene Verlegung der Weserfähre. Grantz: „Ich habe durchaus Verständnis für die Sorgen der Anlieger, die eine Verkehrsbelastung vor ihrer Haustür durch die Zufahrt zum Fähranleger fürchten.“

Sie müssten jedoch bedenken, dass das Sperrwerk kein „unnötiges Renommierbauwerk“ sei, sondern „die notwendige Konsequenz aus der Erhöhung des Meeresspiegels durch den weltweiten Klimawandel“. Der werde nach übereinstimmenden Einschätzungen aus der Wissenschaft erhebliche Auswirkungen für die Deutsche Bucht haben, so Grantz: „Die Experten des Weltklimarates rechnen damit, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um bis zu 59 Zentimeter steigen wird. Die Seestadt muss schnell auf diese Entwicklung vorbereitet werden.“

Beim Ausbau des Lohmanndeichs habe die Hafengesellschaft bremenports gezeigt, dass die Interessen des Hochwasserschutzes bei ihr gut aufgehoben seien. „Der Magistrat, bremenports und die zuständigen Stellen in Bremen werden für die Geeste ebenfalls eine sinnvolle Lösung finden, fügt Grantz hinzu. Die Bürgerinnen und Bürger, so versichert er, würden an der Planung intensiv beteiligt.

Deshalb erwarte er von allen Immobilienbesitzern das nötige Verantwortungsbewusstsein für das Projekt, von dem in den nächsten Jahrzehnten der Hochwasserschutz abhängen werde. Grantz: „Wie wichtig ein solches Sperrwerk ist, hat sich bereits 1962 bei der Jahrhundert-Sturmflut gezeigt.“ Während in Hamburg mehr als 300 Menschen ertranken, blieb Bremerhaven von der Katastrophe verschont. Der Grund: Das neue Geestesperrwerk war gerade noch rechtzeitig ein halbes Jahr zuvor eingeweiht worden.

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