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Gelebte Städtepartnerschaft - Französische Praktikanten arbeiten in Bremerhaven

Drei Franzosen arbeiteten während der Sommerferien als Praktikanten in Bremerhaven, zwei Schülerinnen der Kaufmännischen Lehranstalten in Cherbourg.

 Auch im vierten Jahr kam der von den Schul- und Kulturdezernenten der beiden Städte initiierte Austausch bei den jungen Menschen bestens an. „Ich würde es sofort noch einmal machen“, war die einhellige Meinung.

Annika Bartz hat sich als Andenken von einem Künstler einen Hering auf den Unterarm tätowieren lassen, und auch Rabea Junge bringt jede Menge Eindrücke und neue Erfahrungen nach Hause mit. „Am besten waren die Menschen und die ganze Atmosphäre dort“, sind sich die beiden Schülerinnen der Berufsfachschule für Fremdsprachen in Wirtschaft und Verwaltung an den Kaufmännischen Lehranstalten (KLA) einig.
Dort meint die Bremerhavener Partnerstadt Cherbourg, wo die beiden angehenden Fremdsprachenkorrespondentinnen die Sommerferien verbrachten, um als nach Mindestlohn bezahlte Praktikantinnen ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Annika Bartz arbeitete im Thomas Henry-Museum der Schönen Künste, Rabea Junge im Musée de la Libération (Befreiungsmuseum) inmitten der jüngeren Geschichte. „Wir haben das Wetter genossen, viel Musik gehört und neue Freunde gefunden“, ziehen die jungen Frauen Bilanz.

Natürlich ist das auf gemeinsame Initiative von Schul- und Kulturdezernent Michael Frost und seiner Cherbourger Amtskollegin Anna Piq entstandene Projekt keine Einbahnstraße. „Wir wollten die Städtepartnerschaft in die Gegenwart holen und dabei die ausgeprägten Museumslandschaften von Cherbourg und Bremerhaven nutzen“, erklärt Frost. Zum vierten Mal waren unter dieser Prämisse drei junge Franzosen zum Gegenbesuch in der Seestadt und als Praktikanten im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM), im Deutschen Auswandererhaus (DAH) und im Klimahaus 8° Ost untergekommen.

„Ein toller Job“, meint Pierre-Antoine Gallais, der bereits zum dritten Mal in Folge im Klimahaus beschäftigt war und das Team in höchsten Tönen lobt. Kasse und Gästebetreuung, Archiv und Ausstellung – auch Camille Durthaller-Renard (DSM) und Marion Boisseau (DAH) sind mit ihrem Aufenthalt in Bremerhaven absolut zufrieden. „Die Menschen waren alle sehr freundlich, wir haben viel gelernt und sind sicherer geworden“, berichten sie. „In einem internationalen Kontext kann man die Hemmung, selbst in der anderen Sprache zu reden, eben am schnellsten überwinden“, bestätigt KLA-Lehrer Enrique Pagés.

Hier Deutsch, dort Französisch, aber zwischendurch auch immer mal wieder Englisch. „Das war cool!“, meint Marion Boisseau zur Unterbringung ihrer Gruppe im Havenhostel, während Annika Bartz und Rabea Junge ihre Gastfamilien loben: „Französisch intensiv!“ Sie haben Geld verdient, ihre Sprachkenntnisse vertieft und Spaß gehabt, uneinig sind die fünf Austauschpraktikanten nur darüber, wo es sich stressfreier leben lässt. Die Cherbourger votieren für Bremerhaven, die Bremerhavener für Cherbourg – Städtepartnerschaft ganz modern.

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