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Für Schulpreis nominiert: Marktschule gehört zu den 20 besten in Deutschland

Großer Erfolg für die Marktschule: Als eine der besten Schulen bundesweit macht sich die Leher Grundschule Hoffnungen auf den Deutschen Schulpreis 2011. Gemeinsam mit 19 weiteren Schulen schaffte sie unter 119 Bewerbern den Sprung in die engere Wahl. Jetzt lockt das Finale des renommierten Wettbewerbs: Am 21. Februar wird eine Fachjury die Schule besuchen und darüber entscheiden, ob sie als eine von 15 Schulen in die Endausscheidung kommt. Die feierliche Preisverleihung steigt dann im Juni in Berlin.

Der Deutsche Schulpreis wird alljährlich von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit dem „stern“ und der ARD ausgeschrieben. Bei dem größten und höchstdotierten Schulwettbewerb Deutschlands winken ein 100 000 Euro für den Sieger, je 25 000 Euro für vier weitere Schulen sowie zwei Zusatzpreise mit jeweils 15 000 Euro.

Die Auszeichnung geht an Schulen, die „mit ihren pädagogischen Leistungen richtungsweisend für andere sind“. Die sechs Hauptkriterien für die Jurybewertung: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und die Schule als lernende Institution. Für die Preisvergabe muss die Schule in allen Bereichen gut und in mindestens einem weit überdurchschnittlich abschneiden.

„Für die Marktschule ist allein schon die Nominierung unter die besten 20 ein Riesenerfolg“, freut sich Schulstadtrat Dr. Rainer Paulenz. „Dadurch findet die hervorragende Arbeit in einem schwierigen schulischen Umfeld ihre verdiente Anerkennung.“ Das Einzugsgebiet der Leher Grundschule ist geprägt von hoher Kinderarmut, überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit der Eltern, problematischen Familienverhältnissen und eingeschränktem Zugang zu Kultur, Bildung und gesellschaftlichem Leben.

Das 17-köpfige Lehrerkollegium unterrichtet 260 Mädchen und Jungen, die mit sehr unterschiedlichen Lern- und Lebenserfahrungen in die Grundschule kommen. Schulleiterin Ute Mittrowann: „Für uns ist die Verschiedenartigkeit der Kinder eine Herausforderung und eine Chance. Wir alle lernen miteinander und voneinander.“ Um den Kindern aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Familienverhältnissen gerecht zu werden, hat die Schule ein reformpädagogisches Profil mit einem umfassenden integrativen Förderkonzept entwickelt. Dazu gehören die Auflösung der Jahrgangsklassen und die Abschaffung der Zensuren. Stattdessen werden die Schülerinnen und Schüler in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen und „Klassenfamilien“ unterrichtet, in denen auch lernbehinderte Kinder ihren Platz haben. Hoch im Kurs stehen bei den Grundschülern Teamarbeit und die Übernahme von Verantwortung, etwa als Moderatoren oder Streitschlichter und im Kinderparlament.

„Unser Lernansatz geht vom individuellen Profil der Kinder aus und beginnt bereits vor der Einschulung“, erläutert Ute Mittrowann. So wird frühzeitig mit den Kindertagesstätten zusammengearbeitet. „Besonderes Augenmerk“, so die Schulleiterin, „legen wir auf die integrative Förderung in allen Bereichen. Die Kinder stark zu machen und ihnen Freude am Lernen zu vermitteln sind unsere übergreifenden Ziele.“

Dass die Arbeit der Marktschule vorbildlich und preiswürdig ist, wird ihr auch von Oberbürgermeister Melf Grantz bescheinigt. In einem Referenzschreiben für die Bewerbung um den Deutschen Schulpreis lobt er als Jugenddezernent die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Amt für Jugend, Familie und Frauen. „Die Marktschule“, so Grantz, „hat sich in der Kooperation zur Entwicklung von pädagogischen Angeboten zur Teilhabe und Verbesserung der Bildungschancen in Bremerhaven besonders hervorgetan.“ Grantz erinnert auch daran, dass die Marktschule bereits zwei Mal den Kinderrechtepreis der Stadt für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erhielt.

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