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Fachtagung "Frühe Hilfen": Flächendeckende Kooperation für Prävention nötig

Kinderschutz geht alle an und kann niemals früh genug beginnen. Daher hat sich das Amt für Jugend, Familien und Frauen in Bremerhaven als Leitziel gesetzt, möglichst frühzeitig und mit allen Beteiligten, die mit werdenden Eltern, Eltern und jungen Kindern zusammenarbeiten, die präventive Arbeit zu verstärken und Netzwerke aufzubauen. Das heißt, es geht darum, flächendeckend und verbindlich mit den verschiedenen Professionen interdisziplinär zusammenzuarbeiten, Verbindlichkeit aufzubauen und zu pflegen. Nur so ist ein erfolgversprechendes Ergebnis möglich. Wie Netzwerkarbeit gestaltet werden kann, war Inhalt einer Fachtagung mit 150 interessierten Fachkräften am 11. November 2013 in der Volkshochschule Bremerhaven.

Eingeladen hatten hierzu die Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfe Bremerhaven, das Amt für Jugend, Familie und Frauen, das Gesundheitsamt und die Volkshochschule Bremerhaven.Professor Dr. Reinhold Schone von der Fachhochschule Münster referierte zum Thema Jugendhilfeplanung und „Frühe Hilfen“ und zeigte auf, dass es nicht ausreichend ist, ein neues Gesetz zu schaffen. Entscheidend ist das aktive Engagement von Schwangerschaftsberatung, Gesundheitswesen, Frühförderung, Kinder- und Jugendhilfe, um dieses gestaltend gemeinsam umzusetzen.

Dazu ist auch eine materielle Absicherung unumgänglich. Er machte deutlich, dass nicht die Verhütung einer negativen Zukunft, sondern die Gestaltung einer positiven Zukunft im Vordergrund allen Handelns stehen sollte und somit das Ziel der Präventionskette bestärkt. Es ergibt sich die Forderung nach offenen universellen Angeboten für alle Schwangeren und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, mit dem Ziel der Stabilisierung von Lebensbedingungen und der Förderung und Stärkung elterlicher Kompetenz. Diese ist nur möglich durch eine enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten, um das Ziel der flächendeckenden Versorgung von Familien mit bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten voranzutreiben und die Qualität der Versorgung zu verbessern.

Dass Bremerhaven hier seit Jahren auf gutem Weg ist, zeigte im Anschluss zum einen der Vortrag von Dr. Angela Krönauer-Ratai vom hiesigen Gesundheitsamt. Dr. Krönauer-Ratai zeigte auf, dass durch das Bremerhavener Projekt „Familienhebammen“ seit 1980 vor Ort bereits etwas besteht, das nun erst im neuen Bundeskinderschutzgesetz verpflichtend verankert wurde. Zum anderen wurde durch den Vortrag der drei Bremerhavener Fachkräfte für Soziale Netzwerke verdeutlicht, dass durch die 2009 begonnene Präventionskette viele Dinge erfüllt oder begonnen worden sind, die von Prof. Dr. Schone als notwendig erachtet werden. Wie sich die zukünftige Entwicklung in Bremerhaven gestalten soll, wurde in zwei Arbeitsgruppen diskutiert und im Plenum zusammengetragen.

In einem anschließenden Podium - an dem auch Dr. Dörte Würfel als Vertreterin der Kinderärzte und Rainer Düsterloh als Vertreter des Amtes für Jugend, Familie und Frauen teilnahm - konnte festgestellt werden, dass Bemühungen alleine nicht ausreichen, um eine Kontinuität zu gewährleisten, sondern dass neben dem politischen Willen auch die zur Verfügungsstellung von personellen und materiellen Ressourcen notwendig ist. Deutlich ist aber auch, dass öffentliches Wirken im Vorfeld wichtig ist, um Gefährdungssituationen zu reduzieren und dass enge Wege hilfreich und erforderlich sind, um Eltern und Kindern ein Netz der Begleitung und Versorgung zu geben.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich somit einig: Der interessante Fachtag des Amtes für Jugend, Familie und Frauen, des Gesundheitsamtes, der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfe Bremerhaven und der Volkshochschule hat das gemeinsame Handeln im Sinne „eines guten Startes ins Kinderleben“ weiter positiv angeregt.

 

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