Aktuelle Tageszeitungen im Regal

Europaweites Modellprojekt: Seestadt erforscht das Bus-System der Zukunft

Bremerhaven wird als einzige deutsche Stadt an dem vierjährigen Projekt "European Bus System of the Future" im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union (EU) teilnehmen. Als weitere Städte sind Madrid, Paris, Lyon, Rouen, Rom, Göteborg und Budapest beteiligt.

Das von der UITP (Weltverband der Verkehrsunternehmen) geführte Konsortium startet im September 2008 mit 47 Projektpartnern aus den Bereichen Fahrzeughersteller, Zulieferer, Betreiber, Behörden, Forschung und Beratungsfirmen. Von dem Fördervolumen in Höhe von rund 16 Millionen Euro (Gesamtbudget von ca. 30 Millionen Euro) entfällt auf Bremerhaven knapp eine Million Euro. Damit ist das "European Bus System of the Future" das größte bisher von der Europäischen Kommission gefördert straßengebundene Verkehrsprojekt.

Der EU-Berater Helmut Berends aus Bremen, der das Projekt gemeinsam mit der Bremerhaven Bus und dem Magistrat an Land gezogen hat, erläutert die Inhalte des Projektes: "Ziel des Projektes ist es, ein innovatives, qualitativ hochwertiges Bussystem für die europäischen Städte zu entwickeln. Dabei wird besonderer Wert auf den integrierten Systemansatz (Fahrzeug, Infrastruktur, Technik, Betrieb) und die Anforderungen der Nutzer (von Jung bis Alt) gelegt. Aus ökonomischer, umweltpolitischer und sozialer Sicht bietet das Bussystem gute Lösungsmöglichkeiten bei der Umsetzung einer umweltverträglichen und sozial ausgewogenen Stadtentwicklung mit den aktuellen Problemfeldern demografischen Wandel und Klimawandel. Ein attraktiver Busverkehr führt u. a. zu einer Verringerung der Feinstaubbelastung und der CO2-Emissionen. Darüber hinaus bietet der von breiten Schichten der Bevölkerung genutzte ÖPNV die Möglichkeit einer neuen Form der Bürgerinformation und -beteiligung. Daher ist es unverzichtbar, die Modernisierung der Busverkehrssysteme auf europäischer Ebene voranzutreiben und die Entwicklung einer neuen Generation von Fahrzeugen in Angriff zu nehmen."

Nach Aussage von Robert Haase, Vorstand der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG, waren es zwei wesentliche Punkte, die dazu geführt haben, dass Bremerhaven an dem Forschungsprojekt teilnimmt: "Zum einen die Zusammensetzung des Konsortiums aus privaten Firmen und öffentlichen Stellen. Hierzu gehören die Bremerhaven Bus, die BIS Bremerhaven Touristik, der Magistrat sowie das Softwareunternehmen INIT GmbH und Berends-Consult. Aber auch die Inhalte und innovativen Ansätze des geplanten Demoprojektes haben letztendlich überzeugt."

In Erweiterung der von der BIS Bremerhaven Touristik im Stadtgebiet und in der Region aufgestellten Info-Terminals sollen ausgewählte Fahrgastunterstände und Busse mit Flachbildschirmen ausgerüstet werden. Dieser Projektbereich wird maßgeblich von der BIS Bremerhaven Touristik betreut.

Von den Fahrgästen, Einwohnern und Touristen sind verschiedene Informationen zum ÖPNV (Fahrplan, Wartezeit, Umleitungen etc.), Veranstaltungen sowie allgemeine Stadtinformationen (z. B. interaktiver Stadtplan, digitaler Routenplaner) abrufbar. Darüber hinaus sind auch im Rahmen einer Bürgerbeteiligung Informationen der Verwaltung und Politik vorgesehen. Im "Ruhezustand" könnten diese Bildschirme wechselnde Werbeanzeigen darstellen.

Die Informationen werden ständig aktualisiert, wobei voraussichtlich die Haltestellen die Informationsträger sein werden und die Daten drahtlos an die Busse übertragen. In den Bussen selber werden ebenfalls Bildschirme zur Informationsvermittlung bereitgestellt. Die Darstellung und die Steuerung der Informationen sollen vor allem für ältere und seheingeschränkte Mitmenschen geeignet sein.

Kontakt:

Für diesen Artikel wurden folgende Schlagworte vergeben