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Europaweite Ausschreibung: Die Stadt stellt ihre Gebäude auf Ökostrom um

Bremerhaven setzt künftig auf Ökostrom: Vom 1. Januar 2009 an wird aus den Steckdosen der städtischen Gebäude nur noch Elektrizität aus Erneuerbarer Energie fließen. Damit will der Magistrat zum Klimaschutz beitragen und die Kohlendioxidbelastung verringern. Die Stadt beteiligte sich gemeinsam mit Bremen an einer europaweiten Ausschreibung für 2009 und 2010, deren Ergebnis jetzt vorliegt.

Der Auftrag zur Lieferung des "grünen" Stroms ging an den regionalen Energieversorger swb. Alles in allem dreht es sich dabei um eine Menge von 79 Millionen Kilowattstunden (kWh), von der auf Bremerhaven neun Millionen kWh entfallen. Eine weitere halbe Million Kilowattstunden blieben bei der Ausschreibung für die Seestadt außen vor, da es sich um den Strombedarf für Kleinverbraucher wie zum Beispiel Mütterberatungsstellen handelt. Der wird nach gesonderten Tarifen mit Behördenrabatt abgerechnet. "Aber auch da werden wir zum Jahreswechsel auf Ökostrom umstellen", kündigt Lothar Wöhlken, Technischer Leiter des städtischen Wirtschaftsbetriebs Seestadt Immobilien, an.

Mit der Umstellung auf "grüne" Elektrizität wollen Magistrat und Landesregierung laut Umweltstadtrat Volker Holm "die Rolle als öffentliche Auftraggeber nutzen, um einen zusätzlichen Anreiz zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien zu geben". Die Stadt leiste damit "einen Beitrag zum Klimaschutz und zu einer langfristig sicheren Energieversorgung", versichert Holm.

Die Stadt hatte die Umstellung auf Ökostrom am 9. April dieses Jahres beschlossen. Um gemeinsam günstige Konditionen zu erreichen, bündelten der Magistrat, der Bremer Senat, Radio Bremen sowie mehrere stadtbremische Eigenbetriebe und Gesellschaften ihren Energiebedarf und taten sich für die europaweite Ausschreibung zusammen. Ergebnis: Das swb-Angebot war am günstigsten. Nach den Berechnungen der Seestadt Immobilien ist der Strom aus Erneuerbaren Energien mit 1,2 Prozent nur unwesentlich teurer als der Normalstrom. Wöhlken: "Das macht für Bremerhaven eine Differenz von 10 000 Euro ohne Netznutzung, Steuern und Abgaben aus."

Konkrete Angaben zum zukünftigen Strompreis kann der Betriebsleiter allerdings noch nicht machen, da der Strom erst nach der Ausschreibung an der Strombörse eingekauft werde. Derzeit, so Wöhlken, hätten die Strompreise eine leicht fallende Tendenz. Der von swb angebotene Ökostrom kommt - neben der anteiligen Elektrizität nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) - zum überwiegenden Teil aus norwegischen Wasserkraftwerken, die 2004 bis 2007 neu ans Netz gingen.

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