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Einen Blick in andere Gärten wagen: Tag der offenen Gartenpforte in Bremerhaven

Mitmachaktion lädt am Samstag, 17. und Sonntag, 18. Juni Menschen in Privatgärten ein.

Am dritten Juniwochenende gehen in Bremerhaven wieder die Gartenpforten auf. Die Aktion „Offene Gartenpforte“, bei der Gartenliebhaber ihre Privatgärten für Besucher öffnen, steht wieder an. Die ursprünglich aus England stammende Aktion gibt es in Bremerhaven seit 2006. Das Gemeinschaftsprojekt des Gartenbauamtes Bremerhaven, der Erlebnis Bremerhaven und des „Grünen Kreises“ Bremerhaven, findet in der Stadt großen Anklang.

Brigitte Grahn aus dem Eckernfeld gehört zu den Teilnehmerinnen der „Offenen Gartenpforte". Die 66-jährige pensionierte Lehrerin öffnet ihren Garten am Samstagabend, ab 22.30 Uhr und macht schon zum zweiten Mal bei der Aktion mit. „Im vergangenen Jahr spielte das Wetter leider nicht so richtig mit, deswegen kamen insgesamt nur 5 Besucher vorbei“, erzählt die engagierte Gartenfreundin. „Ich habe mich deshalb entschlossen dieses Jahr noch mal an der Aktion teilzunehmen“, erklärt sie weiter. Ihr Garten sei zweifelsohne außergewöhnlich und entfalte seinen vollen Reiz erst mit einsetzender Dunkelheit. Dann nämlich taucht das besondere Beleuchtungskonzept das etwa 600 Quadratmeter große Areal in ein ganz besonderes Licht, weiß dessen Gestalterin zu berichten. Das ist auch der Grund dafür, dass die Pforte sich erst abends öffnet.

Für die Menschen in Bremerhaven ist der Tag der „Offenen Gartenpforte“ eine tolle Möglichkeit, um sich mal andere Gärten anzuschauen. Das findet Brigitte Grahn auch: „Ich finde das spannend“, sagt sie. Als Nutzerin hat sie selber viele Jahre davon profitiert und auch schon mal eine Idee in anderen Gärten abgeguckt, gibt sie zu. Sie empfiehlt daher, an der Aktion teilzunehmen. Als Besucher ebenso, wie als Gartenbesitzer. „Es kommt auch nicht darauf an, dass alles wie geleckt aussieht, sondern eher darauf, dass der Garten eine gewisse Individualität hat“, meint Grahn.

Ganz ähnlich sehen das auch Elke Rosenberger und ihr Lebensgefährte Holger Wohltmann aus der Strödacker-Siedlung in Speckenbüttel. Nach einer Erkrankung musste der Garten für Frau Rosenberger so umgestaltet werden, dass sie darin weiterhin aktiv mitgestalten konnte. Dem Paar ist es gelungen, die Anlage mit Hochbeeten sehr pflegeleicht anzulegen. Dabei haben sie gänzlich auf Rasen verzichtet. „Wenn die anderen Nachbarn samstags den Rasen mähen, sitzen wir immer schon draußen und genießen unseren Garten einfach“, sagt Elke Rosenberger lachend. „Wir haben unseren Garten altersgerecht gestaltet und meiner besonderen medizinischen Situation angepasst. Gärtnern und Behinderung – das passt eben doch“, so die 55-jährige. Wer neugierig geworden ist, sollte sich den Garten der beiden am 17. oder am 18. Juni einfach mal anschauen.   Marco Butzkus