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Die 1980er Jahre - Das Bremerhavener Krisenjahrzehnt

ExtraTour durch die Sonderausstellung am 11. August 2019 im Historischen Museum Bremerhaven

Eine weitere ExtraTour durch die aktuelle Sonderausstellung „Die 1980er Jahre - Krisen, Protest und Punk“ bietet das Historische Museum Bremerhaven am 11. August 2019 um 15.00 Uhr an. Historikerin Evelyn Friesen beleuchtet anhand ausdrucksstarker Pressefotografien und typischer Objekte aus den Bereichen Design, Mode, Technik und Sport die Herausforderungen der maritimen Wirtschaft, die städtebauliche Entwicklung und das gesellschaftliche Leben Bremerhavens in den 1980er Jahren.

Die maritime Wirtschaft erlebte einen tiefgreifenden Strukturwandel. Die Hochseefischerei geriet durch die Nationalisierung der Fanggründe und Fangquoten in schwere Krisen, die zu einem Rückgang der Reedereien führten. Konkurrenz aus Niedriglohnländern, Kürzungen der Schiffbausubventionen und die internationale Stahlkrise setzten die Werften unter Druck. Nur wenige Unternehmen konnten sich in Bremerhaven behaupten. Die Lloyd Werft setzte beispielswiese auf den Umbau von Passagierschiffen und zog 1986 mit der „QUEEN ELIZABETH 2“ den bisher größten jemals vergebenen Umbauauftrag an Land.

Steigende Sozialausgaben durch hohe Arbeitslosenzahlen und eine zunehmende Verschuldung zwangen den Magistrat zu einem Sparkurs, der sich auch in der Infrastruktur und dem Städtebau bemerkbar machte. 1982 wurde die Straßenbahn und 1983 die Fischereihafen-Fähre eingestellt. Große Neubauprojekte waren größtenteils schon in den 1970er Jahren begonnen oder geplant worden. Großes politisches und soziales Engagement aufgrund der wirtschaftlichen Krisen, ökologischen und militärischen Bedrohungen zeigte sich unter anderem in vielen Protestaktionen. Hier fielen die Punks durch ihre Kleidung und Frisuren besonders auf. Die Jugendkultur hatte sich in verschiedene Gruppierungen gespalten und auch das Freizeit- und Musikangebot war sehr vielfältig.

Der Eintritt in die Sonderausstellung ist frei. Die Teilnahme an der ExtraTour kostet 3 Euro. Die Zahl der Teilnehmer/-innen ist begrenzt. Treffpunkt ist das Museumsfoyer.