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Demografie-Bericht 2012 in Auftrag gegeben - Bremerhavener Bevölkerungswandel wird umfassend untersucht

Welche Menschen sind aus Bremerhaven weggezogen, warum haben sie das getan, wie entwickelt sich die Stadt aktuell und wie kann zukünftig eine ausgewogene Bevölkerungsstruktur erreicht werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der Demografiebericht, den der Magistrat in Auftrag gegeben hat.

In den vergangenen 35 Jahren hat Bremerhaven rund ein Fünftel seiner Bevölkerung verloren. Derzeit leben rund 113.500 Menschen in der Stadt. Vor dem Hintergrund verschiedener Strukturkrisen vom Niedergang der Deutschen Fischereiflotte bis zur Werftenkrise haben viele Menschen die Stadt verlassen, um woanders Arbeit zu finden oder zu leben. Dennoch ist es Bremerhaven gelungen, diese Abwanderungsbewegung in den vergangenen zehn Jahren zu stoppen. Durch massive Investitionen in das maritime Profil und die touristische Infrastruktur, das erweiterte Hochschul-Angebot und gezielte Wirtschaftsförderung konnten zwischen 2005 und 2010 rund 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden – unter anderem in der Windenergiebranche.

„Der Bevölkerungsverlust an das Umland wie auch überregional konnte aufgehalten werden. Das ist ein großer Erfolg für die Stadt, an den wir nun anknüpfen wollen“, sagte dazu Oberbürgermeister Melf Grantz, der gleichzeitig Wirtschaftsdezernent ist. „Die Aussichten auf eine nachhaltige Stabilisierung der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung sind so gut wie lange nicht mehr.“ Gleichzeitig bestehe die Notwendigkeit, nötige Impulse zu geben und vorhandene Ansätze möglichst optimal weiter zu entwickeln.

„Dazu gehört auch, für bestimmte Zielgruppen entsprechende Angebote zu entwickeln und vorzuhalten“, so Grantz weiter. In der Vergangenheit sei unter anderem der Mangel an Fachkräften ein Hemmfaktor in der Entwicklung der Stadt gewesen. Grantz: „Das wollen wir zukünftig mit einer gezielten Steuerung ändern.“

In dem Demografiebericht werden unter anderem die regionale und überregionale Einbindung der Stadt sowie die Entwicklung der einzelnen Stadtteile untersucht. Neben der Berücksichtigung von Arbeitsmarktdaten und aktuellen Gutachten wie zum geplanten Bau des Offshore-Terminals Bremerhaven werden mit Experten aus Verwaltung, Politik und Institutionen gemeinsame Handlungsansätze entwickelt, demografie-relevante Themen für Bremerhaven herausgearbeitet und analysiert. Das Ergebnis des Berichts soll bis zum August vorliegen.

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