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Bremerhavener Krankenhausträger wollen Kooperation - Projektfahrplan abgestimmt

Ein wohnortnahes, flächendeckendes, medizinisch hochwertiges Versorgungsangebot für die Bevölkerung Bremerhavens und der Region ist das gemeinsame Ziel der beiden Bremerhavener Krankenhausträger Stadt Bremerhaven und Stiftung DRK-Krankenanstalten Wesermünde. Dies bekräftigen Oberbürgermeister Melf Grantz und Landrat Kai Uwe Bielefeld als Vertreter der Krankenhausträger nach gemeinsamen Gesprächen.

„Um das Ziel einer abgestimmten und besseren Versorgung zu erreichen, wollen wir eine verbesserte Kooperation der beiden Krankenhausträger in Bremerhaven“, teilen Oberbürgermeister Melf Grantz und Landrat Kai Uwe Bielefeld in einer gemeinsamen Erklärung mit. Dabei können auch andere Kliniken im Gebiet des „Regionalforum Bremerhaven“ eingebunden werden.

Um die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der Krankenhauslandschaft am Standort Bremerhaven zu stellen und den sich verändernden Herausforderungen im Gesundheitswesen nachhaltig gerecht zu werden, ist es nach Meinung von Grantz und Bielefeld notwendig, Doppelstrukturen und Konkurrenz abzubauen und zu vermeiden. „Durch vermehrte Zusammenarbeit und Verzahnung sollen Synergien geschaffen und Effizienzreserven gehoben werden“, beschreibt Landrat Bielefeld die Zielrichtung. „Über eine Verbesserung der Wettbewerbsposition gelangen wir so zu einer qualitativ nachhaltigen Weiterentwicklung der stationären Krankenversorgung in Bremerhaven“, ergänzt Oberbürgermeister Grantz. Aktuell bestehen bereits Kooperationen zwischen den beiden Krankenhausträgern, z. B. in der Neonatologie (Versorgung von Frühgeborenen), der Strahlentherapie und der Medikamentenversorgung.

Die verbesserte Kooperation der Bremerhavener Krankenhäuser wird auf zwei Ebenen verfolgt: einem Lenkungsausschuss als übergeordnetem Gremium, dem die Krankenhausträger und die Geschäftsführungen angehören sollen, sowie auf der operativen Ebene mit Hilfe von Projektteams, die aus Fachleuten aus den Kliniken bestehen werden. Als Grundlage soll eine Analyse der regionalen Versorgungssituation erarbeitet werden. Folgende Themen sind zwischen den Krankenhausträgern verabredet worden:

- Servicegesellschaft Klinikkooperation Bremerhaven

- Gemeinsame Fortbildungen

- Krankenpflegeschule

- Gedankenaustausch einmal im halben Jahr

Beide Träger sind sich darüber hinaus auch einig, am Standort des Klinikums Bremerhaven Reinkenheide ein Frauen- und Kind-Zentrum einzurichten, bei dem die Kinderklinik von der Klinik Am Bürgerpark verlagert werden soll. Einer Realisierung steht derzeit noch entgegen, dass die erforderlichen Investitionsmittel für den Bau einer Kinderklinik am Standort Klinikum Bremerhaven Reinkenheide bisher vom Land Bremen nicht zur Verfügung gestellt werden. Ein zusätzliches Problem ist die Finanzierung des laufenden Betriebs: So erwartet die Kinderklinik der Klinik Am Bürgerpark im laufenden Jahr ein Defizit von 1,2 Mio. Euro, das deshalb besteht, weil die Fallpauschalen für die Kinderklinik, die die Krankenkassen bezahlen, nicht ausreichen.

„Ohne einen entsprechenden Sicherstellungszuschlag der Krankenkassenverbände und des Landes Bremen ist die Kinderklinik auf Dauer nicht finanzierbar“, warnen Grantz und Bielefeld. Beide wollen jedoch ihren Einfluss geltend machen, um nach Wegen zu suchen, das strukturelle Defizit auszugleichen. Um dieses für die Versorgung der jüngsten Patientinnen und Patienten in der Region wichtige Thema voranzutreiben, haben beide Krankenhausträger verabredet, umgehend ein Projektteam zu bilden, das Vorschläge für die dauerhafte Sicherung der Kinderklinik in Bremerhaven erarbeiten soll.

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