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Bremerhaven zeigte sich am vergangenen Wochenende der überregionalen Fisch- und Lebensmittelwirtschaft von seiner besten Seite

Diskutiert wurde über die Zukunft der Ernährung: „Wie isst Deutschland zukünftig – 2030 ist Digitalisierung Selbstverständlichkeit!“

Den Fisch- und Lebensmittelstandort Bremerhaven über die Grenzen hinaus bekannt zu machen, das ist an diesem Wochenende Oberbürgermeister Melf Grantz, der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven und der Handelskammer Bremen, IHK für Bremen und Bremerhaven  mit dem 2. Bremerhavener Wirtschaftsdialog gelungen.

Am Freitagabend (26.05) empfing der Oberbürgermeister zum Auftakt der 2-tägigen Veranstaltung mehr als 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Seefischkochstudio Bremerhaven. Die Gäste konnten sich von der Leistungsfähigkeit des Lebensmittelstandortes in Bremerhaven in ganz besonderer Weise einen Eindruck verschaffen die hiesige Fischwirtschaft hatte gemeinsam mit dem Seefischkochstudio ein Buffet kreiert, was seinesgleichen sucht. Von Sushi bis Austern und Lachs bis Labskaus war für jeden Geschmack etwas dabei.

Ausreichend interessanten Gesprächsstoff lieferte zum Einstieg Prof. Peter Wippermann, einer der renommiertesten Trendforscher. Die Frage „Wie isst Deutschland 2030?“ konnte natürlich nicht abschließend beantwortet werden - aber sicher ist: Auch im Bereich der Gastronomie und des Handels ist die Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten. Menübestellungen, die auf Gesichtserkennung basieren, Apps mit denen man „Coffee to go“ bucht und Lebensmittelautomaten, die auf DNA reagieren, werden selbstverständlich sein.

Mit Prof. Michael Braungart konnte ein Mitbegründer des sogenannten Cradle to Cradle-Konzepts (C2C) für das Podium gewonnen werden. In einem unterhaltsamen und anregenden Vortrag erläuterte Michael Braungart das C2C Konzept: Danach kann Umweltschutz und Nachhaltigkeit nur funktionieren, wenn Produkte und Prozesse vom Anfang her gedacht und im Hinblick auf ihre gesamte Nutzungsdauer entwickelt werden. „Abfälle“ existieren im C2C-Konzept nicht – „Abfall“ ist – wie in der Natur – gleichbedeutend mit „Nahrung“. Dass dieses Konzept auch zum Wachstum beitragen kann, erläuterte Prof. Braungart am zweiten Veranstaltungstag in den Räumen des Deutschen Auswandererhauses. Braungart versteht C2C „als Innovationsmotor für Industrie und Handel“ und damit als einen wichtigen Impulsgeber für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie, in der der Mensch wieder mehr in das Zentrum des Wirtschaftens rückt.

Zum Abschluss des Vormittags interviewte der Moderator Werner Prill den aus der Serie „Die Kochprofis“ bekannten Fernsehkoch Nils Egtermeyer, der ein komplettes Wochenende in Bremerhaven verbracht hat und begeistert ist von der „See- und Fischstadt“. Egtermeyer hat einen hohen Qualitätsanspruch an die Güte und die Frische von Produkten, die er verarbeitet. „In dieser schnelllebigen Zeit muss man sich den Luxus gönnen, frisch zu kochen.“ sagt Egtermeyer, dem auch ein hoher Spaßfaktor beim Genuss wichtig ist.

Nach den informativen Vorträgen und anregenden Diskussionen hatte die BIS noch ein interessantes Programm für den Nachmittag zusammengestellt. Während einige Gäste eine ganz besondere Führung im Deutschen Auswandererhaus mit dem Ausstellungsmacher Andreas Heller und der Museumsdirektorin Dr. Simone Eick besuchten, nahmen die übrigen Teilnehmer/Innen an einem Offshore-Sicherheitstraining bei Falck Safety Services am Handelshafen teil.

„Die Gäste sind gekommen, um sich über den Lebensmittelstandort Bremerhaven zu informieren und sich in der Branche auszutauschen – mitgenommen haben sie darüber hinaus eine Menge mehr… Bremerhaven: eine Stadt der kurzen Wege, die wirtschaftlich und kulturell eine Menge zu bieten hat, eine Tourismusdestination mit gastfreundlichen, aufgeschlossenen Menschen“ resümierte Nils Schnorrenberger.

„Das Ziel des Wirtschaftsdialoges ist denkbar simpel: miteinander ins Gespräch kommen und Geschäftskontakte knüpfen“.

Abgerundet wurde das Pogramm mit einem Segeltörn auf der „Royal Helena“ zum Höhenfeuerwerk über der Stadt. Bei schönstem Wetter genossen die Gäste die Ausfahrt und konnten noch einmal in entspannter Atmosphäre die Eindrücke der vergangenen zwei Tage Revue passieren lassen, sich über Trends, Visionen und Wandel austauschen und den atemberaubenden Blick auf die Skyline Bremerhavens genießen.

Die Veranstalter und Sponsoren waren mit der zweiten Auflage der Veranstaltung sehr zufrieden. Der Standort präsentierte sich von seiner maritimen Seite und bot die Gelegenheit, sich innerhalb der Branche auszutauschen und zu vernetzen. Im nächsten Jahr wird es wieder einen Wirtschaftsdialog im Rahmen des SeeStadtFestes geben.

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch ausdrücklich bei den Partnern des Bremerhavener Wirtschaftsdialoges.

Unterstützt und finanziert wird die Veranstaltung durch die Partner des Wirtschaftsdialoges und den Europäischen Meeres- und Fischereifonds der Europäischen Union.

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