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Bremerhaven erreicht im Wettbewerb um den European Access City Award (barrierefreie Stadt) den zweiten Platz

Der zweite Platz des Access City Awards geht in diesem Jahr an die Stadt Bremerhaven.

Mit dem Access City Award zeichnet die Europäische Kommission Städte aus, die erfolgreich daran arbeiten, für ihre Bürgerinnen und Bürger barrierefreier zu werden, den gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zum städtischen Leben fördern und für ihre Angebote und Initiativen zu werben und diese weiterentwickeln. Oberbürgermeister Melf Grantz bedankte sich in einer Videobotschaft für diese Auszeichnung, die er als Ansporn für den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit in der Stadt begreift. „Das ist eine dauernde Aufgabe, der wir uns gerne stellen“, erklärte er.

„Die Grundlage für den Erfolg bildete der im Jahr 2014 beschlossene Teilhabeplan für Menschen mit Behinderungen unter dem Motto „Eine Stadt für Alle“ betonte der für Menschen mit Behinderung zuständige Stadtrat Uwe Parpart.

Die Forderungen wurden u. a. von der Lebenshilfe Bremerhaven anlässlich eines Parlamentarierabends im Hinblick auf barrierefreien Tourismus formuliert. Diese Forderungen wurden Bestandteil des Teilhabeplans und somit im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes für barrierfreien Tourismus umgesetzt.“ 

Den Access City Award gibt es seit elf Jahren und konnte insgesamt 425 Bewerber verzeichnen. 68 Städte aus der gesamten EU wurden bisher ausgezeichnet. In diesem Jahr haben sich 50 europäische Städte um den Award beworben, von denen 21 in die engere Wahl kamen. Davon zeichnete die europäische Jury sechs Finalisten aus. Die Preise gehen an die Städte, die die Barrierefreiheit in zentralen Bereichen des städtischen Lebens sichtbar erhöht haben und bereits konkrete Pläne für weitere Verbesserungen vorlegen können.

Die Bremerhavener Bewerbung überzeugte die Jury vor allem durch ihre qualitativ hochwertige Angebotsvielfalt im Tourismus- und Freizeitbereich, die viele unterschiedliche Zielgruppen von Menschen mit Behinderungen erreicht. Dieses Ziel wird durch die digitalen Informationsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, durch Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht. Grundlage dafür sind die Verankerung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung durch das Bremerhavener Ortsgesetz, den Teilhabeplan und den Inklusionsbeirat. Damit steht die Stadt auf einer Stufe mit deutschen Städten wie Berlin und Köln, die ebenfalls schon mit dem Award ausgezeichnet wurden.

In diesem Jahr hat die Zeremonie angesichts der aktuellen Pandemie vollständig online und wie immer im Rahmen des Europäischen Tages der Menschen mit Behinderungen (EDPD) stattgefunden.

EU-Kommissarin für Gleichstellung, Helena Dalli, und der Präsident des Europäischen Behindertenforums, Ioannis Vardakastanis verliehen die Preise an die Gewinnerstädte und lobten sie für ihr Engagement und ihre Vorreiterrolle, die ein Vorbild für eine inklusive Gesellschaft in Europa ist. Bei der Zeremonie kamen auch die Siegerstädte selbst zu Wort. Oberbürgermeister Grantz bedankte sich für den Preis und nahm die Gelegenheit zum Anlass, Bremerhavens Engagement auf dem Weg zu “einer Stadt für Alle” zu betonen.

Das Referat für Wirtschaft hat im August 2020 den Antrag geschrieben und eingereicht. Unterstützt wurde es dabei durch viele Ämter, städtische Betriebe, Initiativen und Vereine, die eine beachtliche Vielzahl an Angeboten, Aktivitäten und Veranstaltungen zusammentragen konnten.

Mit dem Silberpokal im Wettbewerb um Barrierefreiheit, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe nimmt Bremerhaven eine Vorbildfunktion auf Europäischer Ebene ein, die andere Städte inspirieren soll, barrierefreier zu werden und die als Beispiel dafür dient, dass mit Zielstrebigkeit und einer breiten Akzeptanz und Unterstützung aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vieles erreicht werden kann.

Hinweis für die Redaktionen:

Hier finden Sie viele weitere Informationen, Bilder und Filme zu dem gewonnenen Preis und den Unterstützerinnen und Unterstützer.

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