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Bremerhaven Bus baut Service für Fahrgäste in der Seestadt aus

Der Bremerhavener Verkehrsversorger stellt 20 neue dynamische Fahrgastinformationssysteme auf, die Abfahrtzeiten in Echtzeit übermitteln.

Vorab nur so viel: Sie brauchen keine Angst zuhaben. Es gibt sie noch, die guten alten Aushangfahrpläne zu den geplanten Abfahrtszeiten der Busse im öffentlichen Bremerhavener Personen Nahverkehr. Menschen wünschen sich aber zunehmend dynamische Fahrgastinformationen in Echtzeit. Digitalanzeigen, die darüber informieren, wann die nächsten Busse abfahren – mögliche Verzögerungen mit eingerechnet. Seit einigen Jahren rüstet Bremerhaven Bus deshalb nach. Bereits an 38 Haltepunkten gibt es Digitalanzeigen, die den Kunden genau diese Informationen bieten. Jetzt kommt kräftig Bewegung in den Prozess. Durch einen neuen, kostengünstigeren Anbieter wird der gesamte Innenstadtbereich auf einmal nachgerüstet.

„Bis auf eine Haltestelle sollte alles bis Ende August nachgerüstet sein“, sagt Thorsten Raschen, Projekt- und Sachgebietsleiter für Fahrgastinformationen bei Bremerhaven Bus. Möglich ist das, weil Raschen einen Anbieter gefunden hat, der ein verlässliches dynamisches Fahrgastinformationssystem (DFI) anbietet, das nur ein Zehntel der bisherigen Systeme kostet. „Zudem ist es auch noch barrierearm, weil es auf Knopfdruck die nächsten anstehenden Verbindungen vorlesen kann“, so Raschen. Besonders günstig ist die Technik, weil sie faktisch autark arbeitet. Jede Einheit ist mit einer SIM-Karte ausgestattet und wird über eine Batterie versorgt, die 2,5 bis 3 Jahre halten soll. „Dadurch ist keine kostenintensive Verkabelung notwendig“, freut sich Raschen. Längere Testläufe eines Probesystems auf dem Betriebsgelände von Bremerhaven Bus ergaben eine einwandfreie Funktion.

Auch VGB-Vorstand Robert Haase freut sich über die neue Verbesserung für die Kunden der Busgesellschaft. „Ein System, das in Echtzeit anzeigt, wann die nächsten Busse kommen, verkürzt die gefühlte Wartezeit“, erklärt Haase. Studien hätten ergeben, dass sich die Wartezeit gefühlt halbiert, wenn die Fahrgäste eine Art „Countdown“ sehen, wenn sie an der Haltestelle stehen. Die Investition von 70000 Euro für 20 Systeme sieht Haase gut angelegt. „Das Geld kommt zu 90 Prozent aus Bremer Landesmitteln, über das ÖPNV-Gesetz. Wir müssen lediglich 10 Prozent dazugeben“, berichtet der VGB-Chef.

Aufgefallen war Haase und Raschen das System, das von der schwedischen Firma Axentia kommt, bei einem Besuch auf der IT-Trans in München, einer Fachmesse für IT-Trends und Innovationen für den öffentlichen Verkehr. Dabei punktete das System im Vergleich zu den älteren vor allem bei den Kosten. „Die Systeme, die wir hier in den letzten Jahren verbaut haben kosten zwischen 20000 und 30000 Euro pro Stück. Vor allem, weil es ein Riesenaufwand war, sie aufzustellen und zu verkabeln“, berichtet Robert Haase. „Das neue System funktioniert vom Prinzip wie ein Handy und braucht daher keine Kabel“, ergänzt Raschen. „Da ist es dann auch völlig egal, dass die Echtzeit-Datenübermittlung, die von den Bussen mittels GPS erfolgt, durch halb Deutschland und bis nach Schweden gesendet wird, bevor sie als aktueller Stand an der Haltestelle ankommt“, erklärt Raschen. „Es funktioniert – und zwar blitzschnell“, bringt Haase auf den Punkt.

Der Aufbau der ersten 20 Systeme deckt den Bereich der Innenstadt ab und beginnt am Montag, 31. Juli. Die Montage ist unkompliziert, erfolgt durch Mitarbeiter von Bremerhaven Bus und soll bis Ende August abgeschlossen sein. Je nach Anzahl der am Haltepunkt frequentierten Buslinien kommen zwei unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Eines mit 2-zeiligem und eines mit 3-zeiligem Display. Bis die ganze Stadt mit solchen Systemen ausgestattet ist, kann es aber noch ein paar Jahre dauern. Es gibt derzeit mehr als 200 Haltestellen mit insgesamt 455 Haltepunkten in Bremerhaven.   Marco Butzkus