Bremerhaven bringt Maßnahmen für Erreichen der Klimaziele auf den Weg

Der Bremer Senat hat am Dienstag den Weg dafür bereitet, insgesamt drei Milliarden Euro im Haushalt 2023 bis 2027 bereit zu stellen, um die Klimakrise zu bekämpfen und die Folgen des Ukraine-Krieges und der Energiekrise abzumildern.

Im Rahmen besonders wirkungsstarker und dringlicher Handlungsschwerpunkte (so genannte Fastlane) sollen mindestens 300 Millionen Euro davon nach Bremerhaven fließen. „Ich danke dem Senat für die Umsetzung der Klimaschutzstrategie 2038, die uns überhaupt erst in die Lage versetzt, die ambitionierten Klimaziele - bis 2038 klimaneutral zu werden - zu erreichen“, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz.

Sobald das Geld durch die Bremische Bürgerschaft voraussichtlich im März beschlossen ist, könne bereits mit vielen Projekten in Bremerhaven begonnen werden. „Wir haben zahlreiche Bedarfe angemeldet und werden die Umsetzung der Projekte jetzt mit Nachdruck begleiten“, so der Oberbürgermeister.

Die erste Fastlane umfasst dabei die energetische Gebäudesanierung. „Bis 2035 wollen wir 80 Prozent der kommunalen Gebäude in Bremerhaven energetisch sanieren und sie CO2-frei mit Energie versorgen“, so Grantz. Der Wirtschaftsbetrieb Seestadt Immobilien habe dafür einen Sanierungsfahrplan bis zunächst 2027 erstellt, nachdem die einzelnen Maßnahmen abgearbeitet werden sollen. Auch das Helene-Kaisen-Haus soll energetisch saniert werden.

Ein zweiter Handlungsschwerpunkt umfasst Maßnahmen zur Dekarbonisierung und klimaneutralen Transformation der Wirtschaft. „Wir sind gerade dabei, in Bremerhaven eine Testregion für mobile Wasserstoffanwendungen aufzubauen“, nennt Grantz ein Beispiel. Aber auch die Hafeninfrastruktur soll durch den Bau von zwei Landstromanlagen dekarbonisiert werden.

In der dritten Fastlane sieht die Klimaschutzstrategie 2038 Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Verkehrs vor. „Wir haben bereits zahlreiche Straßenlaternen und Ampeln mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet. Jetzt werden wir in einem letzten Schritt die gesamte Straßenbeleuchtung umstellen“, so Grantz. Auch der ÖPNV soll auf einen klimaneutralen Betrieb umgestellt und dessen Infrastruktur ausgebaut werden. „Im Werftquartier werden wir drei Mobility Hubs bauen, an denen Verkehrsmittel gemeinschaftlich genutzt werden können – vom E-Bike bis zum Auto, sodass die Anzahl des mobilisierten Individualverkehrs verringert werden kann“, wirft Grantz einen Blick in die Zukunft.

Der vierte und letzte Handlungsschwerpunkt sieht vor, die Dekarbonisierung der kommunalen Wärmeversorgung voran zu treiben. „Wir werden die kommunale Wärmeplanung forcieren und erhalten dafür entsprechende Planungsmittel“, so Grantz.

Die Umsetzung der Maßnahmen aus der Klimaschutzstrategie 2038 habe für den Magistrat jetzt absolute Priorität. „Wir nehmen den Klimawandel und die Energiekrise sehr ernst und wollen all unsere Kräfte bündeln, um beidem gut begegnen zu können“, so Grantz. Die größte Schwierigkeit sei dabei allerdings die Gewinnung von geeignetem Personal, das die Maßnahmen auch umsetzen könne. „Ich bin dennoch zuversichtlich, dass wir das hinbekommen werden“, so Grantz.

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