Aktuelle Tageszeitungen im Regal

Anbaden für „Irre“ ein „irrer“ Erfolg: 100 Besucher am Spadener See

Auch wenn sich die Temperaturen am frühen Mittwochmorgen eher nach Handschuhen, als nach Badehosen anfühlten: Für Heiko Junge und eine Handvoll Entschlossener stand fest - heute geht’s zum Anbaden in den Spadener See. Gegen 11 Uhr traf sich die Gruppe in der Nähe Flötenkiel, um dann mit Bollerwagen und den Taschen voll guter Laune in Richtung des beliebten Naherholungsgebiets aufzubrechen - rund drei Dutzend Wagemutiger ausgerüstet mit Frotteehandtuch und Badesachen. Um 13 Uhr war man bei inzwischen strahlendem Sonnenschein am - und 5 Minuten später - laut johlend auch im See. Alle waren sich einig: Das „Anbaden für Irre“ war ein voller Erfolg und verlangt nach einer Fortsetzung im nächsten Jahr.

„Das ist ja total stark, dass so viele Leute gekommen sind, obwohl das Wetter heute Morgen so schlecht war“, sagte Heiko Junge sichtlich beeindruckt. Anstatt der über Facebook angekündigten 150 Leute sind es nachher gut Zweidrittel geworden, die sich an den Spadener Seeterrassen einfanden, um die „Irren“ beim Anbaden zu beobachten. In einer großen Kette liefen dann 16 Mutige den Strand hinunter in den See, wo sie mit großem Gejohle in einer platschenden Gischtwelle untertauchten. Doch damit war der Badespaß noch lange nicht erledigt. Einige konnten schlicht weg nicht genug bekommen. Getreu dem Motto, wenn man erst mal drin ist, ist alles gut, sprangen eine Handvoll Leute wieder und wieder in den See. Anschließend ließ man sich von der erstaunlich starken Sonne am windstillen Strand wieder trocknen.

Heiko, der geplant hatte, als Erster in die Fluten zu springen, war mit der Organisation der Veranstaltung so beschäftigt, dass eigentlich alle anderen vor ihm im Wasser waren. Das „Blaue Band“ für den schnellsten Sprung ins kühle Nass ging in diesem Jahr also ganz klar an jemand anderen. Er ließ es sich aber dennoch nicht nehmen mit einem amtlichen „Köpper“ vom Steg zu springen. Bei all dem „Organisieren“ hatte Heiko allerdings ein Thermometer vergessen, sodass abschließend nicht geklärt werden konnte, wie kalt das Wasser wirklich war. „Definitiv kälter als im letzten Jahr und da hatte es 14 °Celsius“, ist Heiko sich sicher. Dieser Eindruck ließ sich auch bei anderen Schwimmern an den Gesichtern ablesen. So manch einer oder eine war schneller wieder aus dem Wasser raus, als er oder sie drin war.

Havenland, die Betreibergesellschaft des Sees, hatte nicht nur den Zugang zu dem eingezäunten Gelände ermöglicht. Man hatte auch für eine Bratwurstbude, ein paar Strandkörbe und einen Getränkeverkauf sowie den Zugang zu Umkleidemöglichkeiten gesorgt. Havenland-Geschäftsführer Jens Grotelüschen gehörte sogar selber zum harten Kern, der es sich nicht nehmen lassen wollte, in den See zu springen. Nach abschließender Meinung aller Beteiligten wird es auch im nächsten Jahr wieder ein „Anbaden für Irre“ geben. „Die Zeichen stehen gut dafür, dass sich das zu einer festen Veranstaltung etabliert“, meint auch Jens Grotelüschen, der sich über so viel Engagement von privater Seite sehr freut. „Vielleicht hilft das auch, den See wieder zu dem beliebten Erholungsgebiet zu machen, das er früher einmal war“. Marco Butzkus