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9. Literarischer Herbst in der Stadtbibliothek

Bereits zum neunten Mal findet vom 19. bis zum 30. Oktober 2018 in der Stadtbibliothek Bremerhaven der Literarische Herbst statt.

Er ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Freundeskreis der Stadtbibliothek Bremerhaven e. V., Literatur und Politik e. V., des Kulturamts und der Stadtbibliothek. Fast schon traditionell beginnt das kleine Literaturfest im Hanse-Carré am Freitag, dem 19. Oktober 2018, um 19 Uhr mit Texten von Friedhelm Kändler, musikalisch begleitet durch die Musik von Florian Oberlechner.

Unter dem Titel „zweideutig-eindeutig“ wird eine Ausstellung mit Bildern von Ursula Collmann und Carla Mantel eröffnet, die den visuellen Rahmen dieses Literarischen Herbsts bilden. Neben figürlichen Arbeiten präsentieren Ursula Collmann und Carla Mantel Bilder, in denen Buchstaben und Worte - mal handschriftlich, mal gedruckt - eingesetzt werden.
Einführung: Volker Heigenmooser

MANCHE LIEBESGESCHICHTEN ENDEN MIT FLECKEN AN DEN WÄNDEN!
Szenische Lesung mit Texten von Friedhelm Kändler und Musik von Florian Oberlechner.


Wenn ich mich verlaufe, bin ich woanders, wenn ich mich verstehe, bin ich bei mir? Das ist ein typischer Friedhelm Kändler, der allerdings Anfang 2000 entschied, sich aus dem Bühnenleben zurückzuziehen. Deswegen tritt er auch selbst nicht auf, sondern Kathrin Steinweg und Christian Bergmann, rezitieren in einer szenischen Lesung seine Texte und Florian Oberlechner, Akkordeon, Johannes Haase, Violine, und Christian Hiltawsky, Schlagzeug spielen dazu Musik von Florian Oberlechner.

Friedhelm Kändlers skurrile Lyrik lässt sich irgendwo zwischen Ernst Jandl und Robert Gernhardt einordnen. Kändler liebt die Sprache, schenkt ihr neue Bedeutung und bezaubert den Zuhörer mit ihrer Komik. Die Liebe des Hannoveraner Lyrikers zur Sprache ist hochansteckend. Seine Texte haben die Fähigkeit, uns in eine neue Buchstabenwelt mitzunehmen, aus der man gar nicht mehr auftauchen mag. Da geht es zum Beispiel um die unerfüllte Liebe eines Baugerüstes zu einer Frau, die Verbindung zwischen Wasserhuhn und ihrem - ja! - Wasserhahn oder um den einsamen Schuh Bert.

Für alle Sprachliebhaber und solche, die es noch nicht wussten - aber danach mit Sicherheit sind!

Das weitere Programm:

Montag, dem 22. Oktober 2018, 19 Uhr
Ingo Schulze: „Peter Holtz“
Moderation: Christiane Sundermeyer
Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Mit Witz und Poesie lässt Ingo Schulze eine Figur entstehen, wie es sie noch nie gab.
Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Sein Roman „Peter Holtz“ stand 2017 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Dienstag, dem 23. Oktober 2018, 19 Uhr
Anja Kampmann: „Wie hoch die Wasser steigen“
Moderation: Jutta Schmidt
Auf einer Ölplattform vor der nordafrikanischen Küste verliert der Bohrarbeiter Wenzel Groszak in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund und seinen letzten Halt. Mit einem alten Pick-up und einer Brieftaube tritt er eine Odyssee quer durch Europa an. Seine Reise führt ihn schließlich ins Ruhrgebiet.

Anja Kampmann, geboren 1983 in Hamburg, studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Mit ihrem Roman „Wie hoch die Wasser steigen“ war sie für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. Sie lebt in Leipzig.

Mittwoch, dem 24. Oktober 2018 ,19 Uhr
Lana Lux: „Kukolka“
Moderation: Volker Heigenmooser
Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Ein gnadenlos realistischer Roman über Ausbeutung und Gewalt, über ein Leben am Rande der Gesellschaft.
Lana Lux, geboren 1986 in Dnipropetrowsk/Ukraine, wanderte im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland aus. Sie machte Abitur und studierte. Seit 2010 lebt und arbeitet sie als Schauspielerin und Autorin in Berlin.

Dienstag, dem 30. Oktober 2018, 19 Uhr
Isabel Fargo Cole: „Die grüne Grenze“
Moderation: Dorothee Starke
Ein junges Künstlerpaar zieht von Berlin aufs Land. Es ist 1973, das Dorf heißt Sorge und liegt in der Sperrzone der DDR im Harz. Editha ist Bildhauerin mit staatlichen Aufträgen, Thomas ist Schriftsteller und will einen Roman über die Grenze schreiben. Hat nicht schon Honecker verkündet, in der Literatur gebe es keine Tabus mehr?
Isabel Fargo Cole, geboren 1973 in Galena, Illinois, USA, wuchs in New York City auf. Sie studierte an der University of Chicago sowie an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1995 lebt sie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen beträgt jeweils acht Euro (ermäßigt sechs Euro). Vorbestellung in der Stadtbibliothek direkt oder unter  0471 5902555.

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