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20 Jahre Motor für Auswandererhaus: Jürgen Rudloff erhält Verdienstkreuz

20 Jahre lang machte er sich für ein Auswanderermuseum in Bremerhaven stark, dann hatte er 2005 sein großes Ziel endlich erreicht: die Eröffnung des Deutschen Auswandererhauses (DAH). Jetzt wird Jürgen Rudloff (69) für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement geehrt. Der langjährige Vorsitzende des Fördervereins Deutsches Auswanderermuseum erhält das Bundesverdienstkreuz.

Im Auftrag des Bundespräsidenten zeichnen ihn der Präsident des Senats, Jens Böhrnsen, und Oberbürgermeister Jörg Schulz am kommenden Freitag, 5. September, mit dem Orden aus. Ort der Feierstunde: natürlich das Deutsche Auswandererhaus, das es ohne das Beharrungsvermögen des Pädagogen kaum gäbe. Am 2. April 1985 gründete er mit einer Handvoll Mitstreiter den Förderverein, um ein Deutsches Auswanderermuseum anzuschieben. Dass dafür nur die Seestadt in Frage kam, war für den Initiator von Anfang an klar: Kein anderer Hafen des europäischen Kontinents ist so eng mit der Auswanderung verbunden wie Bremerhaven, von wo aus mehr als sieben Millionen Menschen den ungewissen und beschwerlichen Weg in die Fremde antraten.

Mit seiner Idee stieß der einstige Oberstudiendirektor - von 1992 bis zur Pensionierung 2004 Leiter des Schulzentrums Carl von Ossietzky - in seiner Heimatstadt nicht nur auf Begeisterung. Immer wieder wurde das Projekt diskutiert, vertagt, auf die lange Bank geschoben. Doch trotz aller Widerstände ließ Rudloff nicht locker. Als engagierter Motor des Projekts hielt er nicht nur das Thema Auswanderung am Kochen, sondern stellte es auch mit wissenschaftlicher Arbeit auf eine solide Grundlage. Mit Hilfe von Migrationsforschern und festen Mitarbeitern, die per Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) für den Verein tätig wurden, baute der Vorsitzende eine umfassende Fachbibliothek und eine bedeutende Sammlung von Auswanderungsbriefen auf.

Auch international knüpfte er wertvolle Kontakte, auf die das Deutsche Auswandererhaus bei seinem Aufbau zurückgreifen konnte. So gehörte Rudloff zu den Gründungsmitgliedern der Association of European Migration Institutions (AEMI), die 1991 und 2000 in Bremerhaven tagte. Im Jahr 2000 holte er auch den ersten Kongress der Society of German-American Studies (SGAS) auf deutschem Boden in die Seestadt.

Der langjährige Vereinsvorsitzende habe "die Museumsidee durch viele Jahre mit Nachdruck verfolgt, und es ist nicht zuletzt ihm zu verdanken, dass sie schließlich realisiert werden konnte", heißt es in der Ordensbegründung. Als er 2001 nach 16 Jahren sein Amt abgab, hatte das Auswanderermuseum endlich konkrete Formen angenommen - mit zusätzlicher Unterstützung durch einen Initiativkreis der Bremerhavener Wirtschaft. 2005 ging das Deutsche Auswandererhaus an den Start, das schon bald darauf als "Europas Museum 2007" hohe Anerkennung fand. Der von Rudloff gegründet Verein hatte seine Aufgabe erfüllt, aus dem "Förderverein" wurde der "Freundeskreis Deutsches Auswandererhaus".

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