
Große Ehre für den Magistrat: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat Stadtrat Wilfried Töpfer in Berlin das Grundzertifikat zum „Audit Beruf und Familie“ überreicht. Damit wurde der Stadtverwaltung nach dreimonatiger Prüfung bescheinigt, dass sie ein familienfreundlicher Betrieb ist. Job und Familie lassen sich beim größten Arbeitgeber Bremerhavens unter einen Hut bringen. Der Magistrat hatte die Gemeinnützige Hertie-Stiftung mit dem Audit (Qualitätsprüfung) beauftragt, um die Familienfreundlichkeit der Kernverwaltung sowie der Wirtschafts- und Eigenbetriebe prüfen zu lassen und weiter zu verbessern. Die Stiftung setzt sich schon seit Jahren für eine familienfreundliche Personalpolitik der Betriebe ein – sowohl bei der Betreuung von Kindern als auch bei der Pflege alter und kranker Familienmitglieder.
Mit der Teilnahme an dem Audit, so Oberbürgermeister Jörg Schulz, strebe die Stadtverwaltung mit ihren mehr als 2500 Beschäftigten eine Vorbildfunktion für die Bremerhavener Unternehmen und Institutionen an. Das Grundzertifikat wertet er als „großen Erfolg, der die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Bindung an die Stadtverwaltung stärken“ werde. Das Grundzertifikat sei für die Stadt allerdings nur ein erster Schritt, denn das endgültige Qualitätssiegel der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gibt es für jeden Prüfungs-Kandidaten erst nach drei Jahren. Bis dahin gilt es nachzuweisen, dass Verbesserungsvorschläge aus dem ersten Auditverfahren umgesetzt worden sind.
Schon jetzt ist die Vereinbarkeit von Job und Familie laut OB Schulz in den städtischen Amtsstuben, in denen zu 54 Prozent Frauen arbeiten, gelebter Alltag. Daher bescheinigt die Stiftung dem Magistrat bei der Qualitätsprüfung, bei der Familienfreundlichkeit weit vorangekommen zu sein. Zu den positiven Kriterien gehören
- flexible Arbeitszeiten, vielfältige Möglichkeiten der Teilzeitarbeit und umfangreiche Regelungen für Urlaub und befristete Beurlaubung,
- Fortbildungsveranstaltungen mit Kinderbetreuung,
- familiengerechte Qualifizierungsmöglichkeiten,
- Projekte zur Wiedereingliederung nach dem Erziehungsurlaub und die Aufstellung eines Frauenförderplans.
Für die endgültige Prüfung in drei Jahren vereinbarte die Stiftung mit dem Magistrat weitere Ziele. So ist geplant,
- Beschäftigten bei familiären Engpässen vorübergehend Heimarbeit zu ermöglichen,
- die Sensibilisierung von Führungskräften für eine familienbewusste Personalpolitik voranzutreiben,
- bei Bedarf eine Ferienbetreuung einzurichten und die Betreuung von Kindern in Notfällen sicherzustellen.
Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit gegangen sind, soll der Kontakt zu ihnen auch während der Beurlaubung aufrechterhalten werden. Außerdem will ihnen der Magistrat Fortbildungen anbieten, damit sie den Wiedereinstieg möglichst schnell schaffen können. Zu den Verbesserungsvorschlägen gehören zudem ein Pilotprojekt, das die Feuerwehr zur „Vertrauensarbeitszeit im Schichtbetrieb“ starten will, und eine ausgedehnte Informationskampagne zum Thema Beruf und Familie.
Qualitätssiegel (181.6 KB)
Das Audit Beruf und Familie im Internet:
www.beruf-und-familie.de
http://www.berufundfamilie-bremen.de/