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Start in den antarktischen Sommer: „Polarstern“ sucht Spuren des Klimawandels

18.10.2010

Auf der Rückreise von der 26. Antarktisexpedition nach Bremerhaven: Die „Polarstern“ beim Besuch auf den Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas Foto: Armand Spencer/IFM Geomar
Zum 27. Mal geht es in die Antarktis: Das Forschungsschiff Polarstern ist zu seiner großen Winterexpedition gestartet. Wissenschaftliche Schwerpunkte der Forschungsreise sind Atmosphärenforschung, Ozeanographie und Biologie. Mehr als 180 Forscher von Instituten aus 15 Ländern nehmen an der Expedition teil, die sie unter anderem auch nach Südafrika und Chile führt.

Von Bremerhaven aus geht es zunächst Richtung Kapstadt in Südafrika. Das Team um Fahrtleiter Dr. Karl Buhmke vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IfM-Geomar nutzt die Fahrt durch den Atlantik, um Messungen der atmosphärischen und ozeanischen Eigenschaften und Bestimmungen der Energie- und Stoffflüsse zwischen Ozean und Atmosphäre vorzunehmen. Für die Untersuchung der Energie- und Stoffflüsse wird wieder der Oceanet-Messcontainer genutzt, welcher speziell für den Einsatz auf Fracht- und Forschungsschiffen unter Federführung von IfM-Geomar mit dem Institut für Troposphärenforschung in Leipzig entwickelt wurde.

Ferner wird ein aktualisiertes System zur Vermessung des Meeresbodens erprobt, das während der Werftzeit in Bremerhaven an Bord installiert wurde. Dr. Hans-Werner Schenke vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft nutzt das so genannte Hydrosweep Echolot bereits seit vielen Jahren und stellt mit seiner Hilfe unter anderem Seekarten her. Diese Kartierung des Meeresbodens bildet die Grundlage für viele andere Forschungsarbeiten an Bord: So wollen beispielsweise Biologen auf Grund der neuen Daten die günstigsten Orte für Fischfallen bestimmen, die sie dann auf dem dritten Abschnitt der Expedition ausbringen.

Auch die größten Lebewesen unseres Planeten spielen während der Expedition eine Rolle: Forscher der Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik des Alfred-Wegener-Instituts wollen kurz vor dem Einlaufen in Kapstadt einen Rekorder etwa 900 Meter tief am nördlichen Ende des Walvis-Rückens westlich von Namibia verankern. Er zeichnet die Gesänge von Walen in einem Areal auf, in dem vermutlich viele Arten ihre Jungen zur Welt bringen. Zur Wanderung und zu den Brutgebieten der Wale ist bisher jedoch wenig bekannt, so dass diese akustische Methode neue Informationen über die bedrohten Meeressäuger liefern soll.

Nach der Fahrt auf die südliche Erdhalbkugel geht es dann Ende November mit einem neuen Team von Wissenschaftlern und Technikern von Kapstadt aus ins Südpolarmeer. Überwiegend Ozeanographen und Biologen untersuchen unter anderem, wie sich der antarktische Ozean verändert. Die „Polarstern“ wird in der Antarktis zusätzlich die Neumayer-Station III, das Dallmann-Labor und die britische Station Rothera versorgen und voraussichtlich am 20. Mai 2011 wieder in Bremerhaven einlaufen.

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/wissenschaft-forschung/start-in-den-antarktischen-sommer-polarstern-sucht-spuren-des-klimawandels.36161.html
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