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Seestadt Bremerhaven
     
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Erster deutscher Studierender der Hochschule Bremerhaven erhält Doppeldiplom in Polen

04.02.2011

Diese Glocke läutet jeder Student der Akademia Morska Gdynia, wenn er seine Abschlussurkunde bekommt - so auch Falk Balthasar.
Seit fünf Jahren erlangen zahlreiche polnische Studierende in der Seestadt Bremerhaven das deutsch-polnische Doppeldiplom im Studiengang Anlagenbetriebstechnik – jetzt hat mit Falk Balthasar der erste Bremerhavener Student sein polnisches Zeugnis als Magister-Inzynier erhalten. Damit ist wieder ein bedeutender Schritt im Rahmen der über 30-Jährigen Kooperation zwischen der Hochschule Bremerhaven und der Akademia Morska in Gdingen erfolgreich getan.

„Das Auslandsjahr hat meinen Horizont erweitert“, schwärmt Balthasar. In Erinnerung geblieben seien ihm vor allem die freundlichen Kommilitonen. „Ich habe sofort Anschluss gefunden – für mich gibt es kein gastfreundlicheres Land.“ Immer noch werde er regelmäßig zu Hochzeitsfeiern und Taufen nach Polen eingeladen. „Da sind Freundschaften fürs Leben entstanden.“ Die Stadt Gdingen, mit Strand und Hafen, hält Falk Balthasar darum auch für „eine der schönsten Städte überhaupt – wegen der Menschen“. Auch an der Akademia Morska selbst gebe es „überhaupt nichts auszusetzen“. Neugier war der treibende Grund für Balthasars doch nicht alltägliche Entscheidung, ein Jahr in Polen zu studieren. „Ich bin in Sachsen, nahe der polnischen Grenze, aufgewachsen und wusste trotzdem nur wenig über unseren östlichen Nachbarn“, erinnert er sich. „Ich wollte das Land und seine Kultur endlich kennenlernen.“

Prof. Dr. Dieter Lompe, der den Doppelstudiengang Anlagenbetriebstechnik auf Bremerhavener Seite koordiniert, fallen noch weitere Gründe ein. „Polen und ganz Osteuropa stellen einen riesigen Absatzmarkt für deutsche Unternehmen dar“, weiß er, „und auch die Bedeutung Deutschlands für polnische Unternehmen wird noch wachsen.“ Schon heute gäbe es enge Beziehungen und Verflechtungen deutscher und osteuropäischer Firmen. Prof. Lompe ist überzeugt: „Wer als Studierender der Hochschule Bremerhaven diese Chance nutzt, die Mentalität und Kultur unserer Nachbarn im Osten kennenzulernen, kann später mit dem doppelten Abschluss eine erhebliche und wichtige Zusatzqualifikation vorweisen.“ Das sei nach wie vor eine Besonderheit.

Diese deutsch-polnische Spezialität hat in Bremerhaven schon eine lange Tradition. „Wir pflegen eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Akademia Morska“, sagt Prof. Lompe. Seit mehr als drei Jahrzehnten kooperieren die beiden Hochschulen bereits. Im Mai 2001 unterstützten die Bremerhavener ihre Kollegen an der Maritimen Universität in Gdingen bei der Einrichtung eines vergleichbaren Studiengangs. „Durch gegenseitige Besuche der Dozenten halten wir unsere Lehrinhalte und Methoden auf gleichem Niveau“, berichtet der Professor. Durch identische Standards sei es möglich, Studienleistungen und Prüfungsergebnisse im Partnerland anzuerkennen. Das Austauschjahr umfasst dabei das sechste und siebte Semester. Die Studierenden beginnen zunächst mit dem Praxissemester und schließen mit einem Theoriesemester ab. Im Rahmen der Bolognareform und die damit verbundene Umstellung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master, wird ab sofort der Doppelbachelor angeboten. Damit erfüllen die Studierenden am Ende die Voraussetzungen, um sowohl den deutschen als auch den polnischen Bachelorabschluss zu erhalten, mit der Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen.

Dass es etwas länger gedauert hat, bis der erste deutsche Absolvent den Weg zum deutsch-polnischen Doppeldiplom gegangen ist, erklärt sich Prof. Lompe so: „Die Hürde ist für polnische Studierende geringer, sie können oft auf Deutschkenntnisse aus der Schule oder Familie zurückgreifen.“ Deutsche Studierende müssten sich dagegen intensiver auf die polnische Sprache vorbereiten. Studierende mit polnischen Wurzeln betrifft das weniger und daher bringen sie beste Voraussetzungen für den Austausch mit.

Dazu bereit sind offenbar jetzt schon zwei weitere Studenten der Hochschule Bremerhaven. Sie machen sich noch in diesem Jahr auf, 650 Kilometer gen Osten, an die Akademia Morska in Gdingen. Für den „Pionier“ Falk Balthasar hat sich das Auslandsjahr indes auch beruflich bezahlt gemacht. „Schon bei Bewerbungsgesprächen hat mein Studienaufenthalt in Polen oft das Eis gebrochen“, erzählt er. Seit seinem Abschluss arbeitet er als Service-Ingenieur im Bereich Kraftwerksanlagen. „Dafür bin ich jetzt auch viel im Ausland unterwegs“, sagt er und zählt auf: „Brasilien, Schweden, Spanien, Slowenien, Frankreich, Belgien, Niederlande...“ Und auch nach Polen fährt er noch mindestens einmal im Jahr.

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/wissenschaft-forschung/hochschule-bremerhaven/erster-deutscher-studierender-der-hochschule-bremerhaven-erhaelt.38033.html
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