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Expedition mit über 150 Forschern aus 15 Ländern: „Polarstern“ kehrt aus der Antarktis zurück

10.05.2010

Auf der Rückreise von der 26. Antarktisexpedition nach Bremerhaven: Die „Polarstern“ beim Besuch auf den Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas Foto: Armand Spencer/IFM Geomar
Nach einer siebenmonatigen Reise wird das Bremerhavener Forschungsschiff „Polarstern" am Montag, 17. Mai, in seinem Heimathafen zurückerwartet. Die 26. Antarktisexpedition ging über mehr als 68.000 Kilometer (37.000 Seemeilen). Sie war unterteilt in vier Fahrtabschnitte, an denen über 150 Wissenschaftler aus 15 Nationen teilnahmen.

Vergangenen Oktober hatte die „Polarstern", die vom Alfred- Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) betrieben wird, Bremerhaven mit Kurs Punta Arenas in Chile verlassen. Von dort aus ging es auf einer zweimonatigen Fahrt durch den polaren Südpazifik bis nach Wellington. Der erste Aufenthalt in Neuseeland war Anlass für einen vom AWI und der Deutschen Botschaft ausgerichteten Empfang auf dem Forschungseisbrecher. Der folgende dritte Fahrtabschnitt führte nach gut zweimonatiger Reise wieder nach Punta Arenas. Von hier aus ist die „Polarstern" am 7. April Richtung Heimathafen Bremerhaven aufgebrochen, wo sie am 17. Mai mit dem Morgenhochwasser einlaufen soll. Nach Wartungs- und Reparaturarbeiten auf der Lloyd Werft wird die „Polarstern" am 10. Juni zur 25. Arktisexpedition aufbrechen.

Auf den beiden Fahrtabschnitten Bremerhaven-Punta Arenas und zurück standen Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre im Mittelpunkt. Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IfM-Geomar) erprobten gemeinsam mit Partnern anderer Institute ein autonomes Messsystem, das langfristig für den operationellen Betrieb an Bord von Fracht- und Forschungsschiffen vorgesehen ist.

Der Abschnitt von Punta Arenas nach Wellington unter der Leitung des AWI-Wissenschaftlers Dr. Rainer Gersonde stand im Zeichen meeresgeologischer Forschung. Dabei wurden insgesamt 1000 Meter Sedimentkerne mit einem Gewicht von etwa 11 Tonnen genommen. Das einzigartige Material wird erstmals detaillierten Aufschluss über die Klimageschichte der letzten 400.000 bis 4 Millionen Jahre in diesem bislang kaum erforschten, aber für die Klimaentwicklung wichtigen Raum geben.

Auf dem Weg von Neuseeland nach Punta Arenas nahmen Wissenschaftler um Fahrtleiter Dr. Karsten Gohl schwerpunktmäßig geophysikalische Messeprofile entlang des westantarktischen Kontinentalrandes auf, um die Entwicklung des dortigen Eisschildes zu untersuchen. Ungewöhnlich günstige Eisverhältnisse ermöglichten eine unvergleichbar hohe Ausbeute an Daten und Proben in diesem normalerweise schwer zugänglichen und daher spärlich erforschten Arbeitsgebiet. Sie bilden die Basis für künftige Prognosen der Entwicklung westantarktischer Eisschilde, die eine große Bedeutung für den globalen Meeresspiegelanstieg haben.

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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/wissenschaft-forschung/expedition-mit-ueber-150-forschern-aus-15-laendern-polarstern-kehrt-aus-der.28360.html
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