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Spektakuläre Aufträge für die Lloyd Werft: Zwei Fähren werden kürzer und trotzdem größer

24.09.2010

Kürzer und dennoch größer als bisher: So wird die „Stena Trader“ nach dem Umbau aussehen. Computersimulation: Lloyd Werft
Die Lloyd Werft hat zwei spektakuläre Aufträge an Land gezogen: In jeweils 55 Tagen müssen zwei Fähren um zwölf auf 200 Meter verkürzt werden. Dennoch soll sich ihre Passagierkapazität von derzeit 300 auf 1000 erhöhen. Die Verkürzung der „Stena Trader" und „Stena Traveller" - beide erst 2006 und 2008 gebaut - wird notwendig, damit sie ab 2011 in den engen Inselhäfen an der kanadischen Ostküste einsetzbar sind. Als erstes Schiff trifft am 1. Oktober die „Stena Trader" in Bremerhaven ein.

Die Verlängerung von Schiffen ist seit über 20 Jahren fast Routine für die Lloyd Werft. 21 Kreuzliner und Frachter hat sie in teilweise aufsehenerregenden Prozeduren verlängert und sich damit auf dem weltweiten Schiffbaumarkt einen herausragenden Ruf erworben. Die Verkürzung von Schiffen ist für das Bremerhavener Unternehmen dagegen Neuland. Werftgeschäftsführer Rüdiger Pallentin: „Wir haben diese Aufträge gegen große nationale und internationale Konkurrenz hart erkämpft." Pallentin betont, dass sicherlich auch die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stena Line und Stena RoRo AB ein Grund für die Auftragsvergabe gewesen ist, zumal die Verkürzung der „Stena Trader" und „Stena Traveller" „technisch sehr anspruchsvoll und aufwändig" sei.

Die Verkürzung der beiden Schwesterschiffe, die zwischen 2006 und 2008 auf der norwegischen Fosen Werft in Rissa gebaut wurden, reduziert sich denn auch nicht auf eine reine Verkürzung der Schiffe durch das Heraustrennen eines Mittelteils, sondern umfasst die deutliche Ausweitung der Fahrgastkapazität von derzeit 300 auf 1000 Passagiere durch eine deutliche Vergrößerung der Aufbauten. Für zusätzliche 31 Crew-Kabinen und drei Loungen mit Schlafsesseln sowie je eine neue Bar pro Lounge ist eine Neubausektion im 7. bis 9. Deck im Vorschiffsbereich notwendig.

Die Umbauten entsprechen deshalb auch eher einer umfangreichen Überarbeitung der Konzepte beider Ro-Ro-Fähren, die bisher zwischen Hoek van Holland und Killingholme im Ärmelkanal eingesetzt sind. Diese Umstrukturierung von wesentlichen Elementen der Fähren entspricht den engen kanadischen Häfen auf Nova Scotia und Neufundland. Deshalb baut die Lloyd Werft eine zweite Heckrampe für den Ro-Ro-Dienst ein und modifiziert die bestehende Heckrampe.

Zusätzlich erhalten beide Schiffe eine Bugpforte, die es ermöglicht, dass Fahrzeuge direkt durch die Schiffe rollen können, sowie den Einbau von fünf Hängedecks für den zusätzlichen Transport von Autos auf Deck 3. Ein drittes Bugstrahlruder verbessert die Manövrierfähigkeit im künftigen Fahrtgebiet der kanadischen Inseln. Und auch die Ladeausrüstung an Bord wird modifiziert und erweitert.

Die Stena RoRo AB ist ein Stammkunde der Bremerhavener Schiffbauer. Für die Lloyd Werft, die zuletzt 2006/2007 die „Stena Hollandica" und „Stena Britannica" verlängert und zu den weltweit größten Passagier/Ro-Ro-Fähren umgebaut hat, ist dieser Doppelauftrag in schwierigen Zeiten für den Schiffbaumarkt nicht nur ein Erfolg für die Auftragsbücher, sondern auch der erneute Nachweis für die herausragende Kompetenz und das Vertrauen in die Bremerhavener Werft.

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nina.juechtern at bit.bremerhaven.de
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Originaladresse des Artikels: http://www.bremerhaven.de/meer-erleben/unternehmens-park/schiffbau/spektakulaere-auftraege-fuer-die-lloyd-werft-zwei-faehren-werden-kuerzer.34667.html
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