Die Meereskost GmbH hat die Fertigstellung ihrer neuen Produktions- und Betriebsstätte im Bremerhavener Fischereihafen gefeiert. In dem 1.500 m² großen Neubau wird gänzlich auf die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Öl und Gas verzichtet. Ein Grund für Umweltsenator Dr. Reinhard Loske, sich persönlich auf den Weg nach Bremerhaven zu machen, um den Frischfischverarbeiter Meereskost GmbH als 106. Mitglied in der Umweltinitiative „partnerschaft umwelt unternehmen“ willkommen zu heißen.
Dabei konnte er sich vor Ort anschauen, wie ganzheitlicher Umweltschutz in einem mittelständischen Unternehmen umgesetzt wird. Denn Meereskost ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Frischfisch aus nachhaltiger Fischerei, den Handel von Tiefkühlfisch, die Herstellung von Marinaden sowie Bio-Produkten. Die neue Betriebsstätte hat dreimal mehr Fläche, braucht aber weniger Energie als die bisherige. Große Lichtausschnitte sorgen für Helligkeit in den Betriebsräumen und machen das Arbeiten bei Tageslicht möglich. „Damit zeigt die Meereskost GmbH ein verantwortungsvolles, umweltorientiertes Handeln, das dazu geeignet ist branchenübergreifend Schule zu machen: Wer produktionsorientierten Umweltschutz betreibt, investiert in die Zukunft und wird feststellen, der nachhaltige Ansatz lohnt auch aus ökonomischer Sicht für Unternehmen“, so Umweltsenator Loske während des Rundgangs.
Der erste Neubau seit ungefähr 20 Jahren in der mittelständischen Frischfischverarbeitung im Fischereihafen verbindet die Nutzung von Sonnenenergie, Erdtemperatur, Windenergie, Wärmerückgewinnung und Regenwasser. Die Photovoltaik-Anlage mit ihren ca. 500 m² Fläche erzeugt 64 kW/peek, ein Erdkollektor (600 m) unter dem Gebäude klimatisiert die Büros. Abwärme der Kühlmaschinen erwärmt den Sozial- und Bürotrakt durch Fußbodenheizung. Weitere Heizenergie produzieren Wärmepumpen. Windbetriebene Lüftungsanlagen erzeugen Unterdruck in Teilen des Produktionsbereiches und entlüften verschiedene Bereiche. Und schließlich können mit dem in einem 9000 Liter Tank gesammelten Regenwasser Flächen gespült, Pflanzen und Bäumen bewässert und die Fahrzeuge gewaschen werden. Das Unternehmen wird damit zu einem der modernsten Frischfisch verarbeitenden Betriebe in Deutschland.
Die dreijährigen Bauphase begann 2006, als sich herausstellte, dass die Betriebsstätte an der Packhalle 5 den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden würde. Ziel war es, die Fischverarbeitung sowohl in ökologischer hygienischer und vor allem nachhaltiger Sicht zu betreiben. „Der Neubau soll unser Denken vom Fischfang über das Gebäudemanagement bis zur Verarbeitung repräsentieren. Vom Boden bis zum Dach mit innovativer Umwelttechnik ausgestattet, garantiert er, dass die Produktionskette von Anfang bis Ende ökologisch ist,“ erklärt Geschäftsführer Thomas Beyer.
Umweltentlastungen: - Kein CO² Ausstoß durch Verzicht auf fossile Brennstoffe (Öl und Gas)
- Stromerzeugung durch Photovoltaik Anlage, Nutzung der Erdtemperatur, Wärmerückgewinnung und Wärmepumpensystem für Heizenergie
- durch Windenergienutzung konnte auf elektrische Abluftanlagen verzichtet werden
- Einsparung von Trinkwasser von ca. 680.000 Liter im Jahr durch Abwasserreduzierung und Regenwassernutzung
- Prozessoptimierung in der Produktion und bei Verkehrswegen
- Stromeinsparung allein bei der Kälteerzeugung 50 Prozent oder 25.000 kWh pro Jahr
- Reduzierung von Hilfsenergien durch Hocheffizienzpumpen und optimale Rohrleitungsnetze
Über die Meereskost GmbH
Gegründet 1996 mit 14 Mitarbeitern An der Packhalle 5, beschäftigt das Unternehmen Meereskost aktuell 28 Mitarbeiter. Im, aus Mitteln des Europäischen Fischerei Fonds (EFF) geförderten, Neubau in der Heringstrasse 7 entstehen acht neue Arbeitsplätze.
Weitere Informationen:
www.meereskost.deDie „partnerschaft umwelt unternehmen“ (puu)
ist eine Gemeinschaftsinitiative des Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, der RKW Bremen GmbH und der Agentur ecolo in Kooperation mit der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und der Bremer Energie-Konsens GmbH, gefördert durch die Europäische Union. Ziel der „puu“ ist es, mit einem Zusammenschluss umweltaktiver Unternehmen die Vorreiterrolle des Landes Bremen beim nachhaltigen Umweltschutz weiter auszubauen.
Weitere Informationen:
www.umwelt-unternehmen.bremen.de